Höhere Dividende, Bonus: Mayr-Melnhof schüttet nach Rekordjahr das Füllhorn aus
- Gut 13 Prozent mehr Überschuss im Jahr 2004
- Gute Auslastung seit Jahresbeginn - Preisdruck stärker
Mit einem weiteren Rekordergebnis hat der Wiener Karton-Konzern Mayr-Melnhof das Geschäftsjahr 2004 abgeschlossen. Den Aktionären winkt eine höhere Dividende. Wie das Unternehmen am Donnerstag, ad hoc ankündigte, sollen mit 2,40 Euro pro Aktie um 20 Cent mehr ausgeschüttet werden. Zusätzlich wird für das Jahr 2004, in dem Mayr-Melnhof das zehnte Jahr an der Wiener Börse notierte, ein Jubiläumsbonus von 1,50 Euro je Aktie gezahlt. In Summe können die Aktionäre also mit 3,90 Euro pro Anteilsschein rechnen.
Nach vorläufigen Zahlen hat Mayr-Melnhof im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn gesteigert und damit die Analystenerwartungen leicht übertroffen. Der Jahresüberschuss konnte von 90,9 Mio. Euro um 13,3 Prozent auf den neuen Höchstwert von 103 Mio. Euro angehoben werden. Das betriebliche Ergebnis fiel mit 148 Mio. Euro um 8,7 Prozent höher aus als 2003 mit 136,2 Mio. Euro. Bei den Umsatzerlösen wies Mayr-Melnhof für 2004 ein Plus von 7,7 Prozent auf 1,422 (Vorjahr: 1,321) Mrd. Euro aus. Rund die Hälfte der Zunahme resultierte nach Unternehmensangaben aus Akquisitionen.
Die Cash Earnings legten 2004 nach vorläufiger Rechnung um 14,8 Prozent von 169,9 auf 195 Mio. Euro zu. Endgültige Geschäftszahlen legt Mayr-Melnhof am 26. April vor. An der Wiener Börse notierten die Aktien des Karton- und Faltschachtelherstellers im heutigen Frühhandel mit 134,50 Euro um 0,1 Prozent leicht fester.
Wesentliche Wachstumsbeiträge bei Umsatz und Ergebnis lieferte 2004 die Kartonsparte. Dort seien die Kapazitäten mit 95 (nach 87) Prozent vor allem wegen des deutlichen Anstiegs im außereuropäischen Geschäft insgesamt sehr gut ausgelastet gewesen. Sowohl Versand- als auch Produktionsmengen hätten mit rund 1,52 Millionen Tonnen einen Zuwachs von mehr als 6 Prozent verzeichnet. Die verarbeitete Tonnage in der Packaging-Sparte stieg 2004 um rund 19 Prozent auf 375.000 Tonnen, die der Division Graphia (Zigaretten-Papier) um rund 4 Prozent auf 95.000 Tonnen.
Wie Mayr-Melnhof heute zum aktuellen Geschäftsverlauf mitteilte, spiegeln sich die freundlichen Konjunkturprognosen für die westeuropäischen Märkte im nach wie vor beständigen Konsumgüterabsatz noch nicht wider. Dem entsprechend sei auch in der Bedarfsentwicklung für Karton und Faltschachteln noch kein Anzeichen für Wachstum festzustellen. Mayr-Melnhof erwartet daher anhaltenden Wettbewerb, der auch weiter zunehmen könnte. Habe man zu Jahresbeginn 2005 noch Kartonpreiserhöhungen durchsetzen können, gelte es nun, Marktanteile zu stärken, hieß es weiter.
An der bisherigen Strategie, zur Preisstabilisierung gegebenenfalls die Karton-Produktion der Nachfrage anzupassen, hält Mayr-Melnhof nach wie vor fest. Erklärtes Ziel sei es, "aus der Unternehmensgröße und Marktführerschaft weiterhin die höchstmögliche Ertragsstärke zu erzielen". Die Auslastung im Konzern sei seit Jahresbeginn "insgesamt gut". (apa)

