Arbeitslosigkeit steigt ohne Ende: Im Februar waren 361.000 Menschen ohne Job
- Anstieg um 2,5 Prozent bringt erneut einen Rekord
- Quote stieg bei den Akademikern am stärksten
·5,2 Mio. Deutsche haben keine Arbeit!
Arbeitsmarkt entwickelt sich schlechter als erhofft
Die Arbeitslosigkeit in Österreich hat im Februar mit 309.958 Jobsuchenden einen Monatsrekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit um 7.639 Betroffene oder um 2,5 Prozent zu. Gegenüber Jänner wurde ein Rückgang um 6.059 Personen oder um 1,9 Prozent registriert, geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Februar-Arbeitsmarktdaten des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. Rechnet man zu den offiziellen Arbeitsmarktdaten die 51.106 in Schulung befindlichen Personen dazu, erhöht sich die Februar-Arbeitslosigkeit auf 361.064 Jobsuchende.
Im Jahresvergleich nahmen die Schulungen um 21,9 Prozent oder um 9.174 Kursbesucher zu. Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren Männer mit plus 2,9 Prozent auf 203.905 Personen stärker betroffen als Frauen mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 106.053 Jobsuchende. Mit einem Plus bei der Arbeitslosigkeit um 4,4 Prozent fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Akademikern wie schon in den vorangegangenen Monaten am stärksten aus.
Witterungsbedingter Anstieg
Den Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr begründet das Wirtschaftsministerium vor allem auf den witterungsbedingt verspäteten Start der Bausaison. So seien 47 Prozent des Anstiegs auf die Baubranche zurückzuführen. Mit 100.494 haben 32,4 Prozent der vorgemerkten Personen bereits eine Einstellungszusage für einen neuen Arbeitsplatz, teilt das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit.
Gestiegen ist im Februar die Beschäftigung. Beim Hautverband der österreichischen Sozialversicherungsträger waren Ende Februar 3,153.679 unselbstständig Beschäftigte gemeldet, das waren um 31.305 Personen oder um 1,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gegenüber Jänner nahm die Beschäftigung um 0,05 Prozent oder um 1.719 Personen zu. Laut Expertenmeinung dürfte ein großer Teil des Beschäftigtenzuwachses allerdings auf Teilzeitarbeit entfallen.
Beschäftigung gestiegen
Die nationale Arbeitslosenquote erhöhte sich im Jahresvergleich von 8,8 Prozent auf 8,9 Prozent. Eurostat hat für Ende Jänner 2005 für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent ausgewiesen. Österreich liegt damit im internationalen Vergleich nach wie vor sehr günstig. Die österreichische Arbeitslosenquote liegt nach Irland (4,3 Prozent) und Luxemburg (4,4 Prozent) an dritter Stelle in der Europäischen Union. Die Arbeitslosenquote der EU-25 beträgt 8,9 Prozent (Dezember 2004) und liegt damit deutlich über dem österreichischen Wert.
Erfreulich entwickelten sich im Februar auch die offenen Stellen. Ende Februar waren bei den Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice (AMS) 23.561 offene Stellen gemeldet, das waren um 11,4 Prozent (+2.413) mehr als vor einem Jahr. Deutliche Zuwächse verzeichnen vor allem die unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+30,7 Prozent; +1.574), der Handel mit +19,9 Prozent (+507) sowie die sonstigen Dienstleistungen (+35,0 Prozent; +308).
Rückgang nur in Wien
Ende Februar 2005 ging die Arbeitslosigkeit nur in Wien zurück und zwar um 5,1 Prozent oder um 4.692 Betroffene. Dieser Rückgang ist vor allem auf die deutliche Zunahme bei den Schulungen (um +6.501 bzw. +50,2 Prozent) zurückzuführen. In den anderen Bundesländern nahm die Arbeitslosigkeit durchwegs zu. Die stärkste - relative - Zunahme verzeichnete Vorarlberg mit +13,7 Prozent (+1.260), gefolgt von Tirol (+8,5 Prozent; +1.439), Oberösterreich (+8,3 Prozent; +2.960), Burgenland (+5,9 Prozent; +728) sowie der Steiermark (+5,9 Prozent; +2.637), Niederösterreich (+4,8 Prozent; +2.580) und Salzburg (+4,2 Prozent, +581). In Kärnten (+0,6 Prozent; +146) war nur ein geringfügiger Anstieg zu beobachten.
Die Jugendarbeitslosigkeit hat im Februar 2005 um +3,5 Prozent (+1.562) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres zugenommen. In der Altersgruppe der bis 19-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit mit -3,9 Prozent (-407 auf 9.915) nach wie vor rückläufig. Hingegen ist sie bei den 20- bis 24-Jährigen mit +5,7 Prozent bzw. +1.969 auf 36.678 gestiegen. Insgesamt waren im Februar fast 47.000 Jugendliche ohne Job.
Mehr Lehrstellensuchende
Die Zahl der Lehrstellensuchenden hat im Februar etwas zugenommen (+184 bzw. +4,2 Prozent auf 4.580). Bei den gemeldeten offenen Lehrstellen ist mit +241 bzw. +10,3 Prozent auf 2.583 eine noch deutlichere Zunahme zu verzeichnen. Der Lehrstellenandrang hat sich mit 1,8 Suchenden pro offener Stelle in der Folge um 0,1 im Vorjahresvergleich verringert.
Die Arbeitslosigkeit der über 49-Jährigen entwickelte sich mit einer leichten Zunahme von 0,8 Prozent (+443 auf 56.930) vergleichsweise günstig. Wie im Vormonat ist dabei die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen (+719 oder +2,5 Prozent) gestiegen, während sie bei den 55- bis 59-Jährigen (-479 oder -2,2 Prozent) erneut gesunken ist. Bei den über 59-Jährigen war im Februar ein Zuwachs von +203 bzw. +3,9 Prozent zu verzeichnen.
Wie in den Vormonaten gab es Ende Februar 2005 bei den vorgemerkten Arbeitslosen mit mittlerer Schulbildung (-0,9 Prozent; -135) und höherer schulischer Ausbildung (-0,6 Prozent; -111) eine Abnahme. Zugenommen hat die Arbeitslosigkeit bei Akademikern (+4,4 Prozent; +380) und bei den Gruppen ohne abgeschlossene Schulbildung (+4,1 Prozent; +545), mit Pflichtschulabschluss (+3,1 Prozent; +3.867) sowie Lehrausbildung (+2,3 Prozent; +2.771). Anteilsmäßig entfallen rund 86 Prozent des Bestandes aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.
(apa/red)

