Dienstag, 1. März 2005

Schluss mit dem Krankenschein: E-Card bringt geringere Einnahmen für Kassen

  • Sozialversicherung erwartet Ausfall bis zu 8 Mio. Euro
  • PLUS: Probebetrieb der E-Cards läuft ohne Probleme

Die Einführung der E-Card verdrängt nicht nur den Krankenschein, sie bedeute für die Krankenversicherung auch weniger Einnahmen. Da jene Versicherten, die die Chipkarte schon haben und deren Einsatz bei ihrem Arzt auch funktioniert, keinen Krankenschein mehr brauchen, erwartet die Sozialversicherung für heuer einen Ausfall von sechs bis acht Millionen Euro.

Allein die 104.000 Versicherten, die am Montag mit einem dreimonatigen Probebetrieb im Nordburgenland begonnen haben, ersparen sich in Summe 60.000 bis 80.000 Euro, schätzt der zuständige Hauptverbands-Geschäftsführer Schörghofer. Insgesamt kommen durch die Krankenscheingebühr jährlich rund 46 Millionen Euro herein. Nach dem nun angelaufenen dreimonatigen Probebetrieb wird ab Ende Mai die E- Card dann stufenweise an alle Versicherten per Post verschickt, bis Ende November sollen sie dann alle acht Millionen Österreicher in der Hand haben.

Die E-Card wird die ohnehin schon angespannte Finanzsituation der Krankenkassen also weiter verschärfen. Statt der Krankenscheingebühr wird es zwar ein Service-Entgelt für die E-Card von zehn Euro pro Jahr geben, die von allen ASVG-Versicherten vom Dienstgeber jeweils im November für das Folgejahr eingehoben werden. Bei 3,3 Millionen ASVG-Versicherten ergibt das aber nur etwa 33 Mio. Euro - im Vergleich zu den bisherigen 46 Millionen aus der Krankenscheingebühr ein Minus von rund 13 Mio. Euro.

Laut interner Finanzvorschau ist für heuer trotz mehrerer im Vorjahr beschlossener Belastungen für die Versicherten schon ein Finanzloch von 280 Millionen Euro bei den Krankenkassen prognostiziert. Für 2006 soll dass Defizit auf 408 Mio. Euro ansteigen und im Jahr 2007 soll der Abgang schon auf 561 Millionen Euro anwachsen. (apa)

1.3.2005 08:38