Kollektivvertrag sorgt für Spannungen: AUA-Belegschaft will "neue Verhandlungen"
- "Schleppende Umsetzung" der Bestimmungen kritisiert
- Flugverkehr durch Betriebsversammlung nicht gestört
Rund 300 Piloten und Flugbegleiter der AUA und Lauda Air haben mit einer Betriebsversammlung gegen eine zu langsame Umsetzung von Kollektivvertragsvereinbarungen (KV) protestiert. In einer knapp zweistündigen Informationsveranstaltung hat die Belegschaft eine Resulution verabschiedet, wonach der Vorstand zur "unverzüglichen Aufnahme von neuen Verhandlungen" aufgefordert wird.
Neben der Forderung nach neuen Verhandlungen über die Umsetzung der noch offenen Bestimmungen des im August ausverhandelten Kollektivvertrages drängt die Belegschaft außerdem auf die Einhaltung von Bestimmungen im Austrian-KV, wonach Flugzeuge des Typs Fokker 70 und Fokker 100 von Personal der Austrian Airlines bedient werden müssen.
Die entsprechenden Resolutionen sollen noch dem Vorstand übermittelt werden. Die nächste Gesprächsrunde zwischen Betriebsrat und Vorstand ist für Donnerstag angesetzt worden.
AUA-Chef Vagn Sörensen hatte am Montag bei der Bilanz- Pressekonferenz "offene Punkte" im Bord-KV für Austrian/Lauda Air einbekannt. Diese Punkte sollten "rasch geklärt werden". Es gebe teils Interpretationsunterschiede, teils habe sich die Umsetzung mancher Punkte "systembedingt" verzögert. "Mit gutem Willen und konstruktivem Zugang" sei aber eine Lösung möglich, meint Sörensen.
Der Betriebsrat kritisiert die "schleppende Umsetzung" von Bestimmungen aus dem im August 2004 nach fast zwei Jahren Konflikt vereinbarten Kollektivvertrag (KV) für das fliegende Personal von Austrian und Lauda Air, deren Flugbetrieb damit zusammengeführt wurde. Davon sind insgesamt rund 3.000 Piloten und Flugbegleiter betroffen. Zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs ist es diesmal laut Auskunft beider Seiten nicht gekommen. (apa)

