"Adios Athletic, vamos a Zaragoza": Austria
schreibt mit Sieg in Bilbao eine Sternstunde
- 2:1-Triumph im San Mames ist ein historischer Erfolg
- Kronsteiner: "Bilbaos Elfmeter war die Schlüsselszene"
·Aufstieg! Austria mit
Sensation in Bilbao!
Gratulieren Sie den UEFA- Cup-Helden zum 2:1-Sieg!
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·"Was Athletic fehlte,
hatte die Austria!"
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Grazer sind zerknirscht:
"Wir waren die Besseren"
·Alle Resultate des
UEFA-Cup 2004/05!
Die Ergebnisse der KO-und Gruppenphase
Das gefürchtete Estadio San Mames, in dem im Europacup bisher nur der FC Liverpool und Ferencvaros Budapest in den 80er bzw. 70er Jahren gewonnen hatten, wurde am Sonntag im UEFA-Cup für Austria Magna nicht zur Fußball-Grabstätte, sondern zur internationalen Bühne eines Triumphes mit der Begleitmusik "Adios Athletic, vamos a Zaragoza!" Im Achtelfinale kommt es in der ersten März-Hälfte nun zu einem Wiedersehen mit dem Klub von Real Saragossa, den die Wiener in der heurigen Gruppen-Phase zu Hause 1:0 besiegten.
Die Veilchen waren im Herbst ausgezogen, um eben diese 2004/05 eingeführte Gruppe zu erreichen. Jetzt blühen sie vielleicht in der Runde letzten 16 weiter auf! "Klar lecken wir nun ein bisschen Blut. Wenn man in Bilbao gewinnt, hat man gegen jeden Gegner seine Möglichkeiten", meint Günter Kronsteiner, der während der aufregenden 90 Minuten stets Ruhe bewahrt hatte und letztlich von dem Resultat "eigentlich nicht überrascht" gewesen war. Als Schlüsselszene bewertete der Sportmanager, und nicht nur er, den Handelfer, der den Hausherren die Führung gebracht hatte.
"Es ging ein Ruck durch die Mannschaft, die Spieler fühlten sich nicht fair behandelt und wollten es danach allen zeigen", erzählte der Steirer, der das Vergehen von Ernst Dopsel außerhalb des Strafraums gesehen hatte. "Ich glaube, es war nicht im 16er, es war keine Absicht, der Ball wurde mir an die Hand geschossen", sagte der Kapitän zur umstrittenen Szene. Man habe auf das 0:1 reagiert und die klar besseren Chancen gehabt. "Da hat man gesehen, was in uns steckt, auch ein 5:1 wäre möglich gewesen. Das 2:1 war nicht unverdient."
Kronsteiner wollte aus seiner Mannschaft namentlich niemanden herausheben, nannte aber doch das Abwehr-Duo Afolabi und Antonsson ("Es hat wieder bestätigt, dass es besser ist als das von Real") sowie Matchwinner Sionko und Geheimwaffe Dosunmu. "Libor hat Entscheidendes für uns geleistet, er war mein Wunschspieler", meinte der Sportmanager über den nun fünffachen UEFA-Cup-Torschützen aus Tschechien und über den Nigerianer sagte er: "Der Schachzug ist voll aufgegangen, Tosin hat mit seiner Schnelligkeit immer für Gefahr gesorgt."
Konter als Schlüssel zum Erfolg
Die aus dem Defensiv-Bollwerk lancierten violetten Konter, von denen diesmal einige blendend gelangen, hatten die gegnerische Verteidigung wiederholt vor Probleme gestellt. Die Vierer-Kette der Basken hatte sich schon im Hinspiel in einigen Situationen als unsicher erwiesen. Dass dies auch im San Mames, wo heuer weder Real Madrid noch der FC Barcelona gewonnen und die Hausherren in bisher 17 Pflichtspielen nur ein Mal verloren (1:2 La Coruna/19.9.) hatten, der Fall war, spricht für die Austria.
Der Torero namens Athletic hatte Austria in seiner gefürchteten Arena "erlegen" wollen, doch diesmal triumphierte der "Stier". Die Austria hat damit von ihren bisherigen zehn UEFA-Cup-Spielen nur eines (0:1 in Dnjepropetrowsk) verloren, spätestens seit Sonntag hat sie sich - nicht nur in Spanien - Fußball-Respekt verschaffen. "Österreich ist bisher belächelt worden, weil unser Land nur in Verbindung mit Alpinski bekannt war", sagte Kronsteiner mit Genugtuung nach dem "besten Saisonspiel" seiner Mannschaft.
Nach dem tollen Auftritt in Bilbao wird Saragossa die Austria sicher ganz ernst nehmen. Dennoch spricht der Steirer von einer "50:50-Chance" und davon, dass alles möglich sei. "Wir brauchen wieder zwei solche Tage, um es zu schaffen", betont Kronsteiner, der trotzdem am nationalen Titel als oberstes Ziel festhält, weil "wir wollen nächste Saison in der Champions League spielen". Die Spieler freilich möchten nach dem "Meilenstein" im UEFA-Cup noch mehr. "Saragossa ist in Reichweite", sagt Kiesenebner und Kapitän Dospel träumt schon vom ganz großen Coup: "Alles ist möglich, vielleicht sogar der UEFA-Cup-Sieg."
Mit dem Sieg in Bilbao schafften die Wiener den ersten Europacup-Auswärtserfolg in Spanien seit Wacker Innsbruck in der Saison 1970/71. Damals hatten die Tiroler im Cupsieger-Bewerb bei Real Madrid 1:0 gewonnen, schieden allerdings nach einem 0:2 Innsbruck trotzdem noch aus. (apa/red)
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