GP von Melbourne: Verpatzter Auftakt für Rekordweltmeister Michael Schumacher
- "Schumi" und Nick Heidfeld als faire Unfallteilnehmer
Für Rekordweltmeister Michael Schumacher hat es in Australien nichts zu holen gegeben. Nur aus der 18. Position ins Rennen gegangen, kam für den deutschen Ferrari-Superstar in der 43. Runde nach einem Crash mit Landsmann Nick Heidfeld (Williams-BMW) das Out. Die Landsmänner verhielten sich nach dem Rennen als faire Unfallteilnehmer und schossen trotz des enttäuschenden Auftakts keine Giftpfeile.
"Wie so oft im Renngeschäft, gibt es keinen eindeutig Schuldigen", meinte Schumacher, der in der vergangenen Saison die ersten fünf Grand Prix und insgesamt 13 von 18 Rennen gewonnen hatte. "Ich sehe Nick im Rückspiegel, als ich aus der Box komme. Ich weiß, dass er mich gern innen überholen will. Ich mache ihm deutlich klar, dass ich das nicht zulasse. Irgendwann verliere ich ihn aus dem Spiegel, dann lenke ich ein und es macht auch schon Bums", erzählte Schumi, siebenfacher Weltmeister, über den Unfallhergang.
Heidfeld erklärte den Crash folgendermaßen: "Sie werden nicht von mir hören, dass er Schuld hat. Michael kam aus der Box raus, und ich war auf der Ideallinie. Ich wollte ihn ausbremsen, was auch funktioniert hätte. Dann hat er mich auf das Gras gedrängt, und ich hatte keine Chance mehr zu bremsen." Noch vor dem kommenden Rennen am 20. März in Malaysia soll es zwischen Schumacher (36) und Heidfeld zu einer klärenden Aussprache kommen.
"Wir verstehen uns gut. Deshalb wird das Gespräch anders ablaufen als mit jemandem, den man nicht kennt oder nicht mag. Wir werden das so regeln, dass es nicht wieder vorkommt", glaubt Heidfeld, dass alles reibungslos ablaufen wird.
Schumacher nimmt aus Australien "sehr viel Positives" mit
Die Enttäuschung Schumachers hielt sich nach dem schlechtesten Saisonstart seiner F1-Karriere in Grenzen. "Ich nehme sehr viel Positives aus Australien mit. Obwohl wir mit dem Vorjahresauto hier waren, sind wir konkurrenzfähig, wenn man sieht, von wo Rubens Barrichello hergekommen ist und dass er dann noch Zweiter wurde. Ich bin zuversichtlich für den Rest der Saison."
Der Unfall zwischen Schumacher und Heidfeld bleibt außerdem ohne Konsequenzen. Die Rennleitung bewertete am Sonntag die Kollision als "normalen Rennunfall" und verzichtete auf Strafen.
