Sonntag, 6. März 2005

Alles Gute zum 50. Weltcup-Sieg: Hermann Maier feiert in Kvitfjell ein rundes Jubiläum!

  • Super G: Raich schnappt Miller wertvolle Punkte weg
  • PLUS: Gratulieren Sie dem "Herminator" zum "50er"!

Hermann Maier hat am Sonntag den (offiziell) 50. Weltcup-Erfolg seiner Karriere gefeiert und sich damit einen lang ersehnten Wunsch erfüllt. Der Salzburger siegte im Super-G von Kvitfjell überlegen und zog damit in der ewigen Bestenliste mit dem Italiener Alberto Tomba (ebenfalls 50 Siege) gleich, vor dem "Herminator" liegt nur noch die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark (86).

Maier zertrümmerte auf der Olympiabakken-Piste die Konkurrenz wie in seinen besten Super-G-Tagen. Der 31-Jährige, der den fünften Sieg in Kvitfjell feierte (drei Mal Super G, zwei Mal Abfahrt), siegte 0,83 Sekunden vor dem Schweizer Didier Defago, dahinter folgten Daron Rahlves (USA/0,88) sowie die beiden Weltcup-Konkurrenten Benjamin Raich (0,89) und Bode Miller (1,31).

Damit ergibt sich im Gesamt-Weltcup vor dem Weltcup-Finale in Lenzerheide, das für die Herren am Dienstag mit dem Abfahrtstraining beginnt, folgende brisante Situation: Miller führt vier Rennen vor Schluss (Abfahrt, Super G, RTL, Slalom) 52 Punkte vor Raich und 182 Zähler vor Titelverteidiger Maier, der mit seinem Kvitfjell-Double (Siege in Abfahrt und Super G) plötzlich wieder im Rennen um die Große Kristallkugel ist.

Maier greift jetzt nach der Super G-Kugel
Maier hat nun auch gute Chancen auf die Super-G-Kugel, es wäre bereits seine sechste in dieser Disziplin und die insgesamt elfte. Vor dem letzten Saison-Super-G in der Schweiz hat Maier 54 Punkte Vorsprung auf Miller, der vor Kvitfjell mit einem Punkt Vorsprung auf Maier geführt hatte.

Der "Herminator" war nach seinem Jubiläumserfolg überglücklich. "Der 50. Sieg war neben WM-Gold mein großes Saisonziel", so der amtierende Riesentorlauf-Weltmeister, der gedanklich den Bogen von seinem 1. (23.2.1997 im Garmisch-Super-G) zum 50. Erfolg spannte. "Wenn ich so nachdenke, dann macht mich das schon stolz. Noch dazu habe ich weniger Rennen als Tomba bestritten, war durch meinen Unfall viel kürzer im Weltcup dabei."

Der Riesenvorsprung von 0,83 Sekunden auf Defago überraschte selbst Maier, der nun die lang gesuchte Abstimmungsfrage Ski/Bindung/Schuh geklärt haben dürfte. "Dieses Rennen war sehr schwer zu gewinnen, noch dazu mit diesem Vorsprung. So etwas habe ich in Kvitfjell in meinen besten Zeiten nicht geschafft."

Raich: "Ich habe eine große Chance vergeben"
Benni Raich hadert derzeit schwer mit dem Hundertstelpech. Im Kranjska-Gora-Slalom (Platz 3) fehlten dem Pitztaler 0,04 Sekunden auf den zweitplatzierten Andre Myhrer, in der Kvitfjell-Abfahrt (Platz 12) 0,18 Sekunden auf den sechstplatzierten Marco Büchel und nun im Kvitfjell-Super-G (Platz 6) 0,06 Sekunden auf den zweitplatzierten Defago. "Somit wäre hier sogar die Weltcup-Führung möglich gewesen, ich habe eine große Chance vergeben", war Raich ein wenig sauer.

"Aber wenn man mich vorher gefragt hätte, hätte ich einen Rückstand von 52 Punkten auf Miller genommen", sieht der Doppel-Weltmeister von Bormio noch gute Chancen fürs Finale. Zusatz: "Vergesst bitte den Hermann Maier nicht."

Bode Miller verpatzte seine Fahrt einmal mehr mit einem groben Schnitzer im unteren Streckenabschnitt. "Ich muss diese dummen Fehler abstellen, das könnte mich den Gesamt-Weltcup kosten", zeigt der sonst so lockere US-Amerikaner langsam aber sicher Nerven.

Michael Walchhofer verzichtete am Sonntag nach Schmerzen beim Einfahren auf einen Start, für Mittwoch (Abfahrtsfinale in Lenzerheide) sollte jedoch alles klar sein. "Wenn heute die letzte Abfahrt gewesen wäre, hätten wir ihn fitgespritzt. Aber so hat es keinen Sinn gehabt. Er soll sich zwei Tage entspannen und dann in Lenzerheide die Kristallkugel holen", so ÖSV-Herrenchef Toni Giger über sein Abfahrtsaushängeschild.

Ergebnisse Weltcup-Super-G der Herren am Sonntag in Kvitfjell:
1.Hermann MaierAUT1:32,98 Min.
2.Didier DefagoSUI1:33,81+0,83 Sek.+22,77 m
3.Daron RahlvesUSA1:33,86+0,88+24,13 m
4.Benjamin RaichAUT1:33,87+0,89+24,41 m
5.Bode MillerUSA1:34,29+1,31+35,76 m
6.Erik GuayCAN1:34,40+1,42+38,72 m
7.Alessandro FattoriITA1:34,49+1,51+41,13 m
8.Fritz StroblAUT1:34,65+1,67+45,42 m
.Kristian GhedinaITA1:34,65+1,67+45,42 m
10.Andreas SchiffererAUT1:34,75+1,77+48,08 m
11.Mario ScheiberAUT1:34,80+1,82+49,42 m
12.Francois BourqueCAN1:34,81+1,83+49,68 m
13.Aksel Lund SvindalNOR1:34,83+1,85+50,22 m
14.Ambrosi HoffmannSUI1:34,96+1,98+53,67 m
15.Silvan ZurbriggenSUI1:34,98+2,00+54,2 m
16.Patrick StaudacherITA1:34,99+2,01+54,47 m
17.Florian EckertGER1:35,12+2,14+57,91 m
18.Marco BüchelLIE1:35,13+2,15+58,17 m
19.Konrad HariSUI1:35,17+2,19+59,23 m
20.David PoissonFRA1:35,19+2,21+59,76 m
21.Bjarne SolbakkenNOR1:35,21+2,23+60,29 m
22.Matthias LanzingerAUT1:35,25+2,27+61,34 m
23.Kjetil-Andre AamodtNOR1:35,26+2,28+61,61 m
24.Michael GuflerITA1:35,29+2,31+62,4 m
25.Stephan GörglAUT1:35,33+2,35+63,45 m
26.Yannick BertrandFRA1:35,34+2,36+63,72 m
27.Manuel Osborne-ParadisCAN1:35,40+2,42+65,29 m
28.Max RaufferGER1:35,42+2,44+65,82 m
29.Finlay MickelGBR1:35,49+2,51+67,66 m
.John KuceraCAN1:35,49+2,51+67,66 m
.Tobias GrünenfelderSUI1:35,49+2,51+67,66 m
weiter:
33.Georg StreitbergerAUT1:35,56+2,58+69,5 m
37.Christoph GruberAUT1:35,72+2,74+73,68 m
40.Johann GruggerAUT1:35,98+3,00+80,45 m

Nicht am Start: Michael Walchhofer (AUT), Patrik Järbyn (SWE)

(apa/red)

6.3.2005 06:27