Endspurt im Ski-Weltcup-Krimi: Hat Bode Miller oder Benjamin Raich die Nase vorn?
- Hochrechnung spricht für Raich als Weltcup-Sieger
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Wie man's dreht und wendet: Die Skifans können sich auf ein superspannendes Herzschlagfinish einstellen. Das Duell um den Gesamtweltcupsieg 2004/05 zwischen dem Amerikaner Bode Miller und Austro-Hero Benni Raich wird zur reinen Nervensache. Dafür spricht auch der bisherige Saisonverlauf, denn vor den letzten sechs Rennen (2 Abfahrten, 2 Super-Gs, 1 Riesentorlauf, 1 Slalom) trennen den derzeit Führenden Miller in der Gesamtwertung 29 Punkte vom Zweitplatzierten Raich.
Auch Skigigant Stephan Eberharter glaubt felsenfest an eine der engsten Entscheidungen der Weltcupgeschichte. Der Tiroler nahm für NEWS die beiden Kontrahenten unter die Lupe: "Wenn nichts Unvorhersehbares passiert, dann kommt es mit Sicherheit zu einem Herzschlagfinale in Lenzerheide."
Weil beim Weltcupfinale in Lenzerheide (Schweiz) in allen vier Disziplinen nur mehr Punkte an die besten 15 Platzierten des Klassements vergeben werden anstatt an die Top 30 wie bei den normalen Weltcuprennen, könnten Miller am Ende wichtige Zähler in den technischen Bewerben fehlen. In der heurigen Saison hat er eklatante Schwächen in Riesentorlauf und Slalom gezeigt. Inklusive WM in Bormio hat der Ami gleich 14-mal nicht das Ziel gesehen und wurde bei der Kombination in Wengen obendrein disqualifiziert. Dass Miller in sechs Rennen noch zweimal ausscheidet entspricht also durchaus dem Schnitt.
Hochrechnung spricht für Raich
Die Grundlage für eine NEWS-Hochrechnung bilden alle bisherigen Saisonergebnisse, und auch die aktuelle Formkurve der beiden Rivalen wurde mit einbezogen. Am Ende würde Raich mit elf Punkten Vorsprung auf Miller die große Kristallkugel gewinnen. Was gleichzeitig auch die knappste Entscheidung seit Einführung der "100er-Regel" im Skizirkus bedeuten würde. Ähnlich knapp war es nur im Jahr 1999 zugegangen, als der Norweger Lasse Kjus mit 23 Punkten vor seinem Landsmann Kjetil-Andre Aamodt die Weltcupkugel eingesackt hatte.
Der Showdown ist längst nicht nur ein Skikrimi, sondern wird zunehmend zur brutalen Nervenschlacht, die zuletzt mit Miller in Kranjska Gora ihren Höhepunkt erreichte. Der US-Boy musste sowohl im Riesentorlauf als auch im Slalom unverrichteter Dinge abreisen, ohne auch nur einen Punkt gemacht zu haben. Für Stephan Eberharter ein Indiz, dass Miller völlig verunsichert ist: "Er hat sich beklagt, dass er der Superstar ist, aber nicht einmal Ruhe findet, richtig zu regenerieren. Man müsste ihn fragen, was ihm das Ganze wirklich wert ist. Denn wenn man sich schon selbst als Superstar verkauft und auf den Gesamtweltcup losgeht, dann muss man auch lernen, mit solchen Dingen zu leben."
Die NEWS-Hochrechnung und was Eberharter über Raich und Miller zu sagen hat lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!
