Nordische Kombination: Doppelsieg für Deutschland durch Kircheisen & Ackermann
- Christoph Bieler in Lahti als bester Österreicher Zehnter
- Manninen auf Rang drei - Gottwald lief von 27 auf 13
Der deutsche Skiverband hat am Samstag beim Einzel-Weltcup der Nordischen Kombinierer in Lahti durch Björn Kircheisen und Ronny Ackermann (1,2 Sekunden zurück) einen Doppelerfolg gefeiert. Der bereits als Gesamt-Weltcupsieger feststehende Finne Hannu Manninen wurde 23,4 Sekunden zurück Dritter. Die nach dem Springen starken Österreicher fielen im 15-km-Langlauf zurück, Christoph Bieler sorgte als Zehnter für die beste Leistung (1:48,1), Felix Gottwald lief von Platz 27 auf 13 vor.
Für den 21-jährigen Kircheisen war es der erste Erfolg nach über zwei Jahren, Anfang Dezember 2002 hatte er in Trondheim mit drei Siegen in drei Tagen erstmals aufhorchen lassen, doch erst bei den Titelkämpfen in Oberstdorf kehrte er mit zwei Silbermedaillen in die Weltspitze zurück. "Ich kann das noch gar nicht richtig realisieren. Ich habe dieses Ziel lange vor Augen gehabt und bin froh, dass es endlich mal wieder gereicht hat", sagte Kircheisen, der am Freitag im Sprint bereits den zweiten Platz belegt hatte.
Nach 7,5 km hatte Kircheisen seinen Rückstand von 42 Sekunden auf Ackermann wettgemacht und zum Weltmeister sowie dem lange führenden Norweger Petter Tande aufgeschlossen. Danach überließ er zunächst seinem Teamkollegen die Führungsarbeit, was Ackermann gar nicht schmeckte. "Er hat sich ein bisschen aus der Verantwortung genommen. Taktisch hat das gar nicht funktioniert", kritisierte Ackermann.
Kircheisen gab erst nach Manninens Attacke Gas
Erst als der wie entfesselt laufende Manninen, der 1:05 Minuten hinter Kircheisen in die Loipe gegangen war, seinen Rückstand immer mehr verringerte, blies der sechsfache Junioren-Weltmeister zur Attacke. "Ich habe noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert", sagte Kircheisen. Ackermann konnte dem Antritt nicht folgen und das Rennen auch mit einem energischen Schlussspurt nicht mehr für sich entscheiden.
Für die im Springen starken Österreicher - Mario Stecher war Dritter, Christoph Bieler Fünfter und David Zauner Sechster - lief es in der Loipe nicht nach Wunsch. Nur Bieler, der am Ende Zehnter wurde, und Felix Gottwald, der sich von Platz 27 auf 13 verbesserte, stellten ÖSV-Cheftrainer Günther Chromecek zufrieden: "Gestern hatten wir super Ski, heute normale. Wir sind nicht auf Touren gekommen, wir wussten, dass es eine ganz harte Sache wird."
Das ÖSV-Team trainiert noch bis Dienstag in Lahti und reist dann nach Oslo weiter, wo am kommenden Wochenende das Weltcupfinale mit zwei Bewerben (Einzel und Hurricane-Sprint) steigt. (apa)
