Tennis: Kroatien und die Slowakei als Riesentöter - Spanien und die USA draußen
- Karol Beck, Dominik Hrbaty und Co. siegen mit 4:1
- Ljubicic führt Kroatien zu einem 4:1 gegen die USA
Neben dem frühen Out des Titelverteidigers Spanien hat gleich der Auftakt des Tennis-Daviscups 2005 eine weitere große Überraschung gebracht. Die US-Amerikaner verloren am Sonntag in Carson City (Kalifornien) trotz Top-Besetzung gegen das von Ivan Ljubicic angeführte Team Kroatiens mit 2:3 und erlitten dabei erstmals in der 105-jährigen Daviscup-Geschichte eine Erstrunden-Niederlage vor heimischem Publikum.
Den kroatischen Erfolg in Kalifornien machte Ljubicic am Sonntag mit einem Fünf-Satz-Sieg gegen den Weltranglisten-Dritten Andy Roddick perfekt. Nach knapp vier Stunden stand der Kroate mit 4:6,6:3,7:6 (11),6:7 (7),6:2 als Sieger fest und brachte damit Kroatien uneinholbar 3:1 in Front. Das bereits unbedeutende Abschluss-Einzel gewann Doppel-Spezialist Bob Bryan gegen Roko Karanusic 6:2,3:6,6:1.
Ljubicic avancierte damit in Kalifornien zum Matchwinner der Kroaten. Am Freitag hatte er das erste Einzel gegen Andre Agassi gewonnen, einen Tag später fügte er zusammen mit Mario Ancic den Zwillingen Bob und Mike Bryan im Doppel die erste Daviscup-Niederlage zu. Bereits vor zwei Jahren waren die USA in Zagreb in der Startrunde an Kroatien gescheitert, auch damals war Ljubicic mit zwei Single-Erfolgen und einem im Doppel der Vater des Sieges.
"Ich habe großes Tennis gespielt und deshalb auch Agassi und Roddick geschlagen. Das beweist, dass ich derzeit zu den weltbesten Spielern zähle", sagte Ljubicic mit berechtigtem Stolz. Der Kroate, der in zwei Wochen seinen 26. Geburtstag feiert, ist derzeit nach dem Schweizer Roger Federer der erfolgreichste Spieler auf der ATP-Tour. Seit Saisonbeginn erreichte der Kroate vier Mal ein Endspiel, wobei er drei Mal an Federer (Doha, Rotterdam, Dubai) und einmal am Schweden Joachim Johansson (Marseille) scheiterte.
Die Kroaten sind nun auch im Viertelfinale (15. bis 17. Juli) vor eigenem Publikum gegen Rumänien klarer Favorit. Die weiteren Paarungen lauten Slowakei - Niederlande, Australien - Argentinien und Russland - Frankreich.
Slowaken bezwingen Spanien
Die Tennis-Herren von Titelverteidiger Spanien sind in der ersten Runde der Daviscup-Weltgruppe überraschend an der Slowakei gescheitert und müssen im September in der Relegation um den Klassenverbleib spielen. Die Niederlage der Iberer stand bereits nach dem Doppel am Samstag fest, das Albert Costa und Rafael Nadal mit 6:7 (3),4:6,6:7 (8) gegen Karol Beck/Michal Mertinak verloren.
"Wir sind alle Helden", sagte Beck, der wie Dominik Hrbaty am Freitag auch sein Einzel gewonnen hatte. Die Spanier waren drei Monate nach ihrem Endspiel-Triumph gegen die USA in Sevilla ohne Carlos Moya, Juan Carlos Ferrero und Tommy Robredo angetreten und kamen auf dem schnellen Teppichboden in Preßburg überhaupt nicht zurecht.
"Dieser Platz ist sehr schwierig für uns, und sie haben besser returniert", gestand der spanische Kapitän Jordi Arrese ein. "Wir haben unser Bestes versucht, aber natürlich ist es enttäuschend, als Titelverteidiger in der ersten Runde zu scheitern. Aber so ist der Sport."
(apa)
WELTGRUPPE - 1. Runde:
In Sydney: Australien - Österreich 5:0
Lleyton Hewitt - Alexander Peya 6:2,6:3,6:4
Wayne Arthurs - Jürgen Melzer 7:6(5),6:2,6:4
Wayne Arthus/Todd Woodbridge - Julian Knowle/Jürgen Melzer 4:6,6:3,2:6,6:4,7:5
Todd Woodbridge - Marco Mirnegg 6:3,4:6,7:5
Chris Guccione - Alexander Peya 6:3,6:4
In Preßburg: Slowakei - Spanien (TV) 4:1
Karol Beck - Feliciano Lopez 6:4,7:5,6:3
Dominik Hrbaty - Fernando Verdasco 6:3,6:4,6:7 (7),6:3
Karol Beck/Michal Mertinak - Albert Costa/Rafael Nadal 7:6 (3),6:4,7:6 (8)
Michal Mertinak - Feliciano Lopez 6:0,6:7 (3),6:4
Kamil Capkovic - Fernando Verdasco 2:6,2:6
In Carson: USA - Kroatien 2:3
Andre Agassi - Ivan Ljubicic 3:6,6:7 (0),3:6
Andy Roddick - Mario Ancic 4:6,6:2,6:1,6:4
Bob Bryan/Mike Bryan - Mario Ancic/Ivan Ljubicic 6:3,6:7 (8),4:6,4:6
Andy Roddick - Ivan Ljubicic 6:4,3:6,6:7 (11),7:6 (7),2:6
Bob Bryan - Roko Karanusic 6:2,3:6,6:1
In Moskau: Russland - Chile 4:1
Michail Juschnij - Fernando Gonzalez 6:7 (4),7:5,3:6,6:7 (4)
Marat Safin - Adrian Garcia 6:1,3:6,6:3,7:6 (4)
Marat Safin/Michail Juschnij - Adrian Garcia/Fernando Gonzalez 6:3,6:4,6:3
Marat Safin - Fernando Gonzalez 7:6 (4), 7:6 (5),1:6,6:7 (3),6:4
Nikolaj Dawidenko - Paul Capdeville 6:2,6:1
In Fribourg: Schweiz - Niederlande 2:3
Marco Chiudinelli - Sjeng Schalken 6:7 (4),6:4,3:6,7:5,2:6
Stanislas Wawrinka - Peter Wessels 6:7 (12),7:6 (4),6:7 (7),4:6
Yves Allegro/George Bastl - Dennis van Scheppingen/Wessels 5:7,4:6,7:6 (5),7:5,9:7
Stanislas Wawrinka - Sjeng Schalken 6:1,2:6,4:6,6:2,7:9
Marco Chiudinelli - Peter Wessels 4:6, Aufgabe Wessels
In Straßburg: Frankreich - Schweden 3:2
Paul-Henri Mathieu - Joachim Johansson 6:3,6:4,6:2
Sebastian Grosjean - Thomas Johansson 4:6,4:6,6:7 (1)
Clement/Llodra - Aspelin/Björkman 7:6 (5),6:4,6:7 (4),6:4
Sebastian Grosjean - Joachim Johansson 6:3,1:6,4:6,1:6
Paul-Henri Mathieu - Thomas Johansson 6:1,6:4,6:7 (4),6:4
In Brasov: Rumänien - Weißrussland 3:2
Victor Hanescu - Max Mirnyi 6:7 (6),4:6,6:3,4:6
Andrej Pavel - Wladimir Woltschkow 6:4,7:6 (2),7:6 (2)
Pavel/Gabriel Trifu - Woltschkow/Mirnyi 6:7 (3),3:6,4:6
Andrej Pavel - Max Mirnyi 6:1,7:6 (0),4:6,6:3
Victor Hanescu - Wladimir Woltschkow 7:6 (2),6:4,7:6 (6)
In Buenos Aires: Argentinien - Tschechien 5:0
David Nalbandian - Jiri Novak 4:6,6:2,6:3,6:4
Guillermo Coria - Tomas Berdych 6:3,3:6,6:0,6:3
Guillermo Canas/Nalbandian - Jan Hernych/Tomas Zib 6:3,4:6,6:1,6:2
Guillermo Coria - Jan Hernych 6:3,6:0
Agustin Calleri - Tomas Zib 6:2,6:4
