Freitag, 4. März 2005

Kombination: Hannu Manninen gewinnt in Lahti und ist damit Weltcup-Gesamtsieger

  • Sieg vor den Deutschen Kircheisen und Ackermann
  • Bieler Fünfter, Stecher Siebenter, Gottwald Zwölfter

Hannu Manninen hat am Freitag nicht nur die Weltcup-Premiere des Hurricane-Sprints der Nordischen Kombinierer gewonnen, sondern der Finne holte sich in Lahti auch vorzeitig seinen zweiten Sieg im Gesamt-Weltcup en suite. Der 26-jährige Student gewann den ersten von zwei Bewerben im WM-Ort von 2001 vor den Deutschen Björn Kircheisen (2,5 Sek. zurück) und Ronny Ackermann (22,3), es war sein neunter Saisonerfolg. Christoph Bieler wurde als Fünfter bester Österreicher, Mario Stecher wurde Siebenter, Felix Gottwald landete auf Platz zwölf.

Mit 356 Punkten Vorsprung auf Ackermann ist Manninen in den letzten drei Rennen nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. "Er war der Chef im Weltcup, daher gönne ich ihm diesen Erfolg. Bei mir überwiegt die Freude über meine Erfolge bei der WM", sagte Ackermann, der bei den Titelkämpfen in Oberstdorf zwei Gold- und eine Silbermedaille eroberte.

Die zweite große Kristallkugel dürfte für Manninen nur ein Trostpflaster für die entgangene WM-Medaille sein. Beim Saison-Höhepunkt war er seiner Favoritenrolle nicht gerecht geworden und in allen drei Wettbewerben leer ausgegangen. "Ich bin dennoch sehr entspannt in das Rennen gegangen", sagte Manninen, der seinen Erfolg erst auf der Zielgeraden mit einem furiosen Spurt gegen Kircheisen perfekt machte. ÖSV-Cheftrainer Günther Chromecek gratulierte Manninen und merkte an: "Da sieht man, was rauskommen kann, wenn man sich so einen großen Rucksack auferlegt wie Hannu für die WM. Die Erwartungshaltung bei uns ist auch immer groß, deshalb sind unsere Medaillen (zwei Mal Bronze/Anm.) viel wert."

Österreicher fielen auf Loipe zurück
Seine Topleute am Freitag, Bieler und Stecher - auf den Rängen drei und vier nach dem Springen - boten gute Laufleistungen und verloren in der Loipe nur zwei bzw. drei Positionen. "Sie sind ganz brav gelaufen, ich bin ganz überrascht, dass es so gut gegangen. Felix war schon zu weit hinten nach dem Springen und die haben vorne voll Dampf gemacht", sagte Chromecek. Gottwald ist im Gesamtweltcup Vierter, auf den drittplatzierten US-Amerikaner Todd Lodwick fehlen 25 Punkte.

Im Langlauf aus dem rot-weiß-roten Team nicht mehr am Start waren Michael Gruber, der 13. nach dem Springen, wegen einer leichten Erkältung, und David Zauner, der als 37. zur Halbzeit schon zu weit zurück lag. "Er ist so schlecht gesprungen, ihn haben wir für Samstag geschont." Gruber wird im Einzelwettkampf im Sprungbewerb an den Start gehen, ob er auch im Langlauf antreten wird, wird kurzfristig entschieden.

Die Premiere des Hurricane-Starts, vor dem die Rückstände in Meter umgerechnet wurden und alle Athleten mit diesen Abständen zugleich in die Loipe gingen, bezeichnete Chromecek als "attraktiv. Am Anfang ist es ein ordentliches Getümmel, es braucht viel Platz, aber es gibt einige Orte, wo man das machen kann. Die Zuschauer sehen die Athleten länger, man sieht was die Zeiten wert sind. Und nach zwei Minuten ist es dann wie immer." Hin und wieder ein Rennen dieser Art befürwortet er.
(apa)

4.3.2005 17:58