Sonntag, 6. März 2005

Leichtathletik EM in Madrid: Mayr-Krifka wieder Hallen-EM-Zweite über 200 Meter

  • Nur 3/100 hinter Europameisterin Lalowa aus Bulgarien
  • Günther Weidlinger über 3.000 Meter mit viertem Platz

Karin Mayr-Krifka hat am Sonntag mit Hallen-EM-Silber in Madrid ihren Ruf als Edelmetallbank über 200 m in der Halle bestätigt. Es war bereits die dritte Indoor-Medaille für die 33-jährige Niederösterreicherin nach Hallen-EM-Silber 2002 in Wien sowie Hallen-WM-Bronze im Vorjahr in Budapest. "Es ist immer wieder ein Super-Gefühl, eine Medaille zu gewinnen", lautete der erste Kommentar der alten und neuen Hallen-Vizeeuropameisterin.

Dass am Ende nur 3/100 Sekunden auf die Goldmedaillengewinnerin Iwet Lalowa aus Bulgarien fehlten, ärgerte die ÖLV-Rekordlerin, die mit 22,94 Sekunden Saisonbestzeit markierte, in keiner Weise. "Lalowa ist nicht umsonst Olympiavierte über 100 und Olympiafünfte über 200 m geworden. Um hier Europameisterin zu werden, hätte ich zwei Meter schneller laufen müssen", betonte Mayr-Krifka.

Ihren Aufstieg in die Weltklasse verdankte Mayr-Krifka der guten Zusammenarbeit mit ihrem ehemaligen Trainer Walter Hable, der aus der früher oft labilen Athletin eine Topsprinterin formte und sie nach peinlichen Auftritten bei Olympia 2000 in Sydney sowie der WM 2001 in Kanada (jeweils im Vorlauf out) wieder aufbaute und zum Vizeeuropameistertitel im Dusika-Stadion geführt hatte. "Das ist sicher die schönste Medaille meiner Karriere, nicht nur weil es die erste, sondern auch die emotionalste war. Damals waren ja alle für mich wichtigen Menschen und so viele Fans in der Halle", erinnert sich die Athletin vom SV Schwechat immer noch gerne an ihren ersten großen Moment bei einem Großereignis zurück.

Britischer Coach tut Mayr-Krifka sichtlich gut
Diesen eingeschlagenen Weg setzte sie ab Ende 2003 mit dem britischen Weltklasse-Coach Malcolm Arnold, dem langjährigen Trainer und Mentor des 2003 zurückgetretenen walisischen Hürdensprint-Weltrekordlers Colin Jackson, erfolgreich fort, wie Platz drei 2004 in Budapest und nun Rang zwei in Madrid beweisen. "Das Training mit ihm ist zeitweise echt heftig, doch es zahlt sich aus, wie die Ergebnisse zeigen", sagt Mayr-Krifka über den in Bath/England lebenden ehemaligen britischen Leichtathletik-Cheftrainer (bis 2000).

Doch den größten Anteil an den drei Medaillen hat natürlich Mayr-Krifka selbst. "In der Leichtathletik schaffst du es entweder selbst oder gar nicht", lautet das Motto der ehemaligen Sekretärin, die auch privat mit dem früheren ÖLV-Topsprinter Gerfried Krifka, den sie im September 2002 heiratete, ihr Glück gefunden hat. Allerdings muss sie sich in Zukunft in der Halle neue Ziele suchen, da die 200 m künftig nicht mehr in den Zeitplänen von Indoor-Großveranstaltungen aufscheinen werden.

60 oder 400 Meter stehen für Mayr-Krifka künftig unter Dach zur Wahl, wobei sie eher zur kürzeren Distanz, über die sie vor zwei Jahren in Birmingham Hallen-WM-Fünfte wurde, tendiert. Doch vorerst gilt ihre volle Konzentration den X. Weltmeisterschaften in Helsinki (6.-14. August), für die sie dank ihrer tollen Hallenzeiten bereits über 200 m fix qualifiziert ist.

DAMEN - 200 Meter:
1. Iwet Lalowa (BUL) 22,91 Sekunden - 2. Karin Mayr-Krifka (AUT) 22,94 - 3. Jacqueline Poelman (NED) 23,42 - 4. Anna Pacholak (POL) 23,55 - 5. Jekaterina Kondratjewa (RUS) 23,57 - 6. Fabe Dia (FRA) 24,23

(apa)

6.3.2005 17:58