Freitag, 4. März 2005

Leichtathletik: ÖLV-Team reiste mit drei Medaillenchancen zur EM nach Madrid

  • Mayr-Krifka, Lichtenegger, Pumper die Hoffnungsträger
  • Bei letzter Europameisterschaft gab es drei Silberne

Mit acht Athleten und der Chance auf zwei bis drei Medaillen flog das österreichische Leichtathletik-Nationalteam nach Madrid, wo heute die 28. Hallen-Europameisterschaften beginnen. Karin Mayr-Krifka über 200 m, Elmar Lichtenegger im 60-m-Hürdensprint und Susanne Pumper über 3.000 m zählen zu den aussichtsreichsten ÖLV-Athleten.

Bei den bisher letzten Titelkämpfen 2002 in Wien - wegen der Umstellung auf ungerade Jahre durften die Titelträger eine Saison länger amtieren - holten Mayr-Krifka (200 m), Lichtenegger (60 m Hürden) und Stephanie Graf (800 m) Silbermedaillen, Österreich schloss die Titelkämpfe auf dem 16. Platz in der Medaillenwertung ab.

Das Madrid-Team komplettieren die beiden 3.000 m-Läufer Günther Weidlinger ("Eine Top-Fünf-Platzierung ist mein Ziel") und Martin Pröll ("Finaleinzug"), sowie Weitspringerin Olivia Wöckinger ("Ich will die Leistung, mit der ich mich qualifiziert habe, bestätigen"), ihr männliches Pendant Isagani Peychär ("Finaleinzug wäre ein Traum") und Siebenkämpfer Roland Schwarzl, der auf den österreichischen Rekord von Thomas Tebbich (5.817 Punkte) losgeht und einen Rang zwischen sechs und acht erreichen will.

"Medaillen darf man nur erhoffen"
"Unser Team hätte auch um vier, fünf Leute größer sein können, sechs Athleten haben die Qualifikation nur ganz knapp verpasst. Wir haben in der Hallen-Saison ein sehr starkes Lebenszeichen von uns gegeben", sagte ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber am Dienstag auf einem Medientermin. "Wir haben die Limits auf Platz zwölf der Hallen-Titelkämpfe 2000 in Gent und 2002 in Wien angesetzt und erwarten uns auch Top-Zwölf-Platzierungen von allen." Nachsatz: "Medaillen darf man nur erhoffen und nicht damit rechnen." ÖLV-Präsident Johann Gloggnitzer legt sich fest: "Eine Medaille sollte sich jedenfalls ausgehen, jede weitere wäre Draufgabe würde uns sehr freuen."

Mayr-Krifka - auf einen Start über 60 m verzichtet sie wegen des engen Programmes - hat über 200 m Silber von Wien zu verteidigen, im Vorjahr lief sie bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Budapest auf den Bronze-Rang. Als aktuelle Dritte der Europarangliste zählt sie auch in Spanien zu den Medaillenanwärterinnen: "Alle Läufe sind wichtig, es geht ja um die Bahnverteilungen. Insbesondere zählt dann natürlich das Semifinale. Und im Finale ist bei einem guten Rennen eine Medaille drinnen", weiß die 33-Jährige.

Letztes Mal 200-m-Läufe
Es werden die letzten 200-m-Läufe bei internationalen Indoor-Meisterschaften sein, denn am EAA-Kongress im April in Laibach wird der Europaverband die Streichung des Bewerbes beschließen. Für Hallen-Weltmeisterschaften hat der Weltverband IAAF dies bereits getan.

Für Pumper (Zweite der Europarangliste), die heuer schon neue österreichische Rekorde über 3.000 m (8:47,51 Min.) und die Meile (4:34,53 Min.) aufgestellt hat, ist ein Platz zwischen drei und sechs realistisch. Die Wienerin hat seit dem Wechsel zu Helmut Stechemesser mehr Qualität in ihr Training gebracht und heuer speziell den letzten Tausender trainiert. "Das habe ich jetzt drauf. Das bringt mich weiter, als wenn ich jetzt sage, ich will konstant 8:44 oder 8:45 laufen. Denn bei Meisterschaften wird der 3.000-er immer taktisch gelaufen und die ersten zwei Runden verbummelt."

Bei aktuell 19 Nennungen ist es noch fraglich, ob überhaupt ein Vorlauf stattfinden wird. Es gibt einige Mehrfachnennungen und es ist zu erwarten, dass die Teilnehmerinnenliste bis zur Final Confirmation am Donnerstag um 12:00 Uhr noch schrumpft. 2002 in Wien wurde nur ein Finale mit 17 Läuferinnen ausgetragen, Pumper wurde Vierte. "Dieses Mal wäre mir ein Vorlauf lieber. Ich bin gut drauf, ich denke mir, die Zeit wäre neun Minuten, das ist ein Tempo, das mir nicht wehtun kann, da kann ich schön dosieren. Ein Vorlauf nimmt auch die Nervösität, das ist ein Teil der Miete und es würde mich beruhigen."

Lichtenegger ist laut Gruber der einzige ÖLV-Athlet, der definitiv sagt: "Ich will eine Medaille." Für den 30-jährigen Kärntner (Dritter der Europarangliste) ist es der erste Auftritt bei einem internationalen Großereignis seit Ablauf der Sperre am 11. November 2004.

(apa)

4.3.2005 11:19