Papst wieder sich in der Öffentlichkeit: Gläubige vom Krankenhaus aus gesegnet
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von Johannes Paul II.
Papst Johannes Paul II. hat sich wieder am Fenster seines Krankenhauszimmers gezeigt und die vor der Gemelli-Klinik versammelten Gläubigen gesegnet. Zum traditionellen Angelus-Gebet erschien der Papst mehrere Minuten am geschlossenen Fenster, winkte den Menschen zu und machte drei Mal das Kreuzzeichen.
Neben dem Papst waren Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano und der vatikanische "Außenminister", Erzbischof Giovanni Lajolo, zu sehen. Die Bilder vom Papst, der den Angelus mitbetete und dann die Gläubigen segnete, wurden vom Centro Televisivo Vaticano auch auf Großbildschirme auf dem Petersplatz übertragen.
Zuvor hatte Johannes Paul II. im Fernsehen verfolgt, wie der argentinische Erzbischof Leonardo Sandri in seinem Namen das Gebet auf dem Petersplatz sprach. Darin dankte der schwer kranke Papst "besonders den Juden und Moslems" für ihre Fürbitten für seine Genesung. Er wolle seine "besondere Anerkennung" für die Nähe der Gläubigen anderer Religionen zum Ausdruck bringen, erklärte der 84-Jährige in seiner Botschaft. "Dies ist ein trostreiches Zeichen für mich, für das ich Gott danke."
Zugleich dankte Johannes Paul II. den "zahlreichen" Kardinälen, Bischöfen, Priestern und Gläubigen, Botschaftern und ökumenischen Abordnungen für ihre "Zeichen der Zuneigung". Am Samstag hatte Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls mitgeteilt, der Papst erhole sich weiter gut von seiner Luftröhrenoperation und lerne, selbstständig zu atmen und zu sprechen.
Wann der Papst aus dem Krankenhaus entlassen wird, blieb weiter offen. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, sagte im Fernsehsender RAI, dies werde von den Ärzten entschieden. Am Freitag hatte der Vatikan von der Möglichkeit gesprochen, dass Johannes Paul II. rechtzeitig zu Ostern die Klinik verlassen könne.
Nach Angaben des Vatikans sandte der Papst an die Familie des im Irak von US-Soldaten erschossenen italienischen Geheimdienstbeamten Nicola Calipari sowie an Ministerpräsident Silvio Berlusconi ein Beileidsschreiben. Der Bruder des Getöteten ist nach einem Bericht von Radio Vatikan ein Priester, der auch als Vatikan-Berater arbeitet.
Der an der Parkinsonschen Schüttellähmung und anderen Alterskrankheiten leidende Papst wird in der Gemelli-Klinik wegen Grippe-Symptomen behandelt. Am 24. Februar wurde ein Luftröhrenschnitt gemacht, um ihm das Atmen zu erleichtern. Deswegen soll der Papst nicht sprechen, um seine Stimme zu schonen. (apa/red)
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