Schwerster Anschlag seit Saddams Sturz: 125 Tote bei blutigem Bombenterror im Irak
- Unter ihnen viele Frauen und Kinder, 130 Verletzte
- Attentäter zündete Sprengsatz in Menschenmenge
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Beim schwersten Bombenanschlag im Irak seit dem Sturz Saddam Husseins sind südlich von Bagdad mindestens 125 Menschen getötet und 130 verletzt worden. Ein Selbstmordattentäter zündete den Sprengsatz in seinem Auto in der Früh im Zentrum der Stadt Hilla direkt neben einer Menschenschlange. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Bewerber für den Polizeidienst.
Zudem wurden viele Menschen auf einem belebten Markt auf der gegenüberliegenden Straßenseite in den Tod gerissen. "Ich stand in der Schlange und sah, wie sich der Mitsubishi langsam näherte", berichtete ein Überlebender. "Plötzlich explodierte er zu einem riesigen Feuerball. Als ich meine Augen wieder öffnete, war ich im Krankenhaus."
Fernsehbilder zeigten aufgetürmte Leichenberge, zerstörte Häuser sowie Helfer, die mit Holzkarren, die normalerweise für Obst und Gemüse benutzt werden, Tote und Verletzte abtransportierten. Einige der verbrannten Körper waren unter Schutt begraben, ihre Glieder zerfetzt, die Köpfe teilweise abgetrennt.
Ein Augenzeuge berichtete, dass das Auto des Attentäters aus einer Gasse gekommen sei. "In ihm waren zwei Männer. Das Auto hielt an und einer der Männer stieg aus, schüttelte dem anderen die Hand und küsste ihn. Kurz darauf explodierte der Wagen."
Anwärter auf Stellen in der Verwaltung und bei den Sicherheitskräften sind bereits wiederholt zum Anschlagsziel von Aufständischen geworden, die gegen die US-Soldaten im Irak und die demokratische Wende des Landes kämpfen. Auch in anderen Städten des Landes kam es am Montag zu Anschlägen und Angriffen, bei denen weitere Iraker ums Leben kamen.
Das jüngste Attentat ist das schwerste seit dem Sturz Saddam Husseins im April 2003. Im vergangenen März waren allerdings bei einer Serie von Selbstmordanschlägen in Bagdad und Kerbela an einem einzigen Tag mehr als 170 Menschen getötet worden. (apa)
