Knochenfund in Äthiopien: Ältester gehender Vorfahr des Menschen entdeckt!
- Überreste sollen vier Millionen Jahre alt sein
- Könnte klären, wie es zum aufrechten Gang kam
In Äthiopien haben Forscher möglicherweise die Knochen des ältesten gehenden Vorfahrens des Menschen entdeckt. Der Fund wurde im Februar in der Region Afar im Nordosten des Landes gemacht. Dabei handelt es sich um Überreste eines Hominid, der vor fast vier Millionen Jahren die Grasebenen am Horn von Afrika bewohnt haben soll.
Unter den Fossilien sind ein Schienbein, Teile des Oberschenkels, Rippen, Wirbel, das Becken und ein Schulterblatt, sagte Bruce Latimer, Direktor des naturgeschichtlichen Museums im amerikanischen Cleveland. Seinen Angaben zur Folge beweisen Becken und ein Teil eines Fußgelenkes, dass der Hominid aufrecht gegangen ist.
"Mit dieser neuen Entdeckung werden wir uns ein Bild machen können, wie es zum aufrechten Gang kam", sagte der Forscher. Die Erkenntnisse wurden noch nicht von anderen Wissenschaftern überprüft oder in Fachzeitschriften veröffentlicht. Leslie Aillo, Anthropologe am Londoner University College, geht aber davon aus, dass der Fund bedeutend sein könnte. Mit den Teilen des Skeletts könne man jetzt über die Biomechanik spekulieren. Der Forscher war nicht an der Entdeckung beteiligt.
Erst kürzlich waren in Äthiopien Überreste von mutmaßlichen Vorfahren des Menschen entdeckt, die vor viereinhalb Millionen Jahren lebten. Es handelt sich um die erst seit zehn Jahren bekannte Hominiden-Spezies Ardipithecus ramidus, die noch beträchtliche Affen- Merkmale aufwies. Ob diese Art auf zwei Beinen laufen konnte, ist laut Latimer und Aillo umstritten.(apa/red)
