Umweltkatastrophe verhindert: Feuer
auf norwegischem Öltanker erloschen
- Nach 24 Stunden Kampf: Kein Diesel ausgetreten
- Besatzung gerettet, viele erlitten Rauchgasvergiftungen
Fünf Seemeilen vor der südnorwegischen Küste ist der Tanker "Champion Fjord" völlig ausgebrannt. Sprecher der Küstenaufsicht bestätigten in Osloer Zeitungen, dass der indische Kapitän die angebotene Hilfe zunächst abgelehnt hatte. Sein unbeladenes Schiff war, nachdem die 28 Indischen Besatzungsmitglieder mit Hubschraubern gerettet worden waren, brennend auf die Schären bei Sogne zugetrieben.
Der 170 Meter lange und 29.990 Bruttoregistertonnen schwere Tanker lief wenige hundert Meter vor Land auf Grund und wurde später in einem Wettlauf mit der Zeit wieder in die offene See geschleppt. Damit sollte die Gefahr einer Ölpest durch die 750 Tonnen Dieselöl für den Schiffsantrieb für die Küste vermindert werden.
In der Nacht zum Samstag hatte die Besatzung stundenlang ohne Hilfe von außen gegen den im Maschinenraum ausgebrochenen Brand angekämpft. Die Küstenaufsicht bestätigte, dass der Kapitän das Feuer nicht wie vorgeschrieben sofort über Funk gemeldet hatte. Er bestätigte den Brand erst nach einer ausdrücklichen Anfrage und lehnte Hilfe mit der Mitteilung ab, die Besatzung habe die Lage unter Kontrolle.
Eine halbe Stunde später hatten sich die Flammen so weit in Richtung Oberdeck ausgebreitet, dass Hubschrauber die Besatzung an Land bringen mussten. Mehrere Seeleute erlitten leichte Rauchgasvergiftungen.
Der 31 Jahre alte Tanker war auf dem Weg vom englischen Hafen Liverpool Richtung Ostsee nach Rostock. Die zuständige norwegische Champion-Reederei in Bergen wollte sich weder zur Unglücksursache noch zum Verhalten des Kapitäns äußern.
Der Word Wide Fund For Nature (WWF) forderte angesichts der Havarie vor Norwegen die Sicherheit auf See drastisch zu erhöhen. Das gelte besonders für die Ostsee und die Meerengen vor den skandinavischen Staaten, wo sich Öltransporte und Schiffsbewegungen seit 1997 mehr als verdoppelt hätten. Insbesondere die so genannten Hafenstaatskontrollen seien eine "Achillesferse" im Sicherheitskonzept. Bisher müssten nur 25 Prozent der in einen Hafen einlaufenden Schiffe überprüft werden. Diese Quote müsse verdoppelt werden, forderte der WWF. (apa/red)
