Freitag, 4. März 2005

Fünf Terrorverdächtige in Russland erschossen: In Zusammenhang mit Beslan

  • Hilfe bei der Vorbereitung der Geiselnahme in Schule?
  • Zusätzlich wurden vier weitere Personen verhaftet

Im Zusammenhang mit der Geiselnahme in Beslan haben russische Behörden fünf Terrorverdächtige erschossen. Bei dem Einsatz seien außerdem vier Personen festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Verdächtigen sollen den Geiselnehmern bei der Vorbereitung ihrer Tat geholfen haben. Über Ort und Zeitpunkt des Einsatzes wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Nach Angaben des stellvertretenden Generalstaatsanwaltes Nikolai Schepel sollen die Festgenommenen im vergangenen Jahr an Angriffen auf Polizei-Einrichtungen in der südrussischen Region Inguschetien beteiligt gewesen sein. Dabei wurden 90 Menschen getötet. Der Angriff auf die Schule wurde laut Schepel von einem Saudiaraber geplant, der im vergangenen Monat bei einer russischen Razzia getötet wurde. Der Mann soll Verbindungen zum Terror-Netz Al-Kaida (al-Qaeda) haben.

Die Geiselnahme in der Schule in Beslan war der bisher folgenreichste Terrorakt in Russland. Am ersten Schultag nach den Sommerferien im vergangenen Jahr hatten Angreifer die Schule Nummer 1 in der nordossetischen Stadt besetzt und mehr als 1.000 Kinder, Eltern und Lehrer als Geiseln genommen. Die Geiselnahme endete in einem chaotischen Ausbruch der Gewalt, in dem 330 Geiseln getötet wurden. Nach amtlichen Angaben wurden von den 32 Geiselnehmern 31 getötet und einer gefangen genommen. In Medienberichten hatte es aber geheißen, es habe mehr Geiselnehmer gegeben.

Die schleppenden Ermittlungen haben besonders in Beslan für Aufregung gesorgt. Kritiker vermuten, dass die Behörden Informationen über die Angreifer zurückhalten, so auch zur Frage, wie sie mit den zahlreichen Waffen problemlos in die Stadt kommen konnten. (apa)

4.3.2005 11:14