Nun schaltet sich auch Saudiarabien in Syrien-Streit ein: Forderung nach Abzug
- Kronprinz Abdullah sprach mit syrischem Präsidenten
- Libanesische Opposition fordert Abzugserklärung
Saudiarabien hat von Syrien verlangt, die internationalen Forderungen nach einem Abzug seiner im Libanon stationierten Truppen zu erfüllen. Kronprinz Abdullah habe dies dem syrischen Präsidenten BasShar al-Assad am Donnerstag bei einem Treffen in Riad klar gemacht, verlautete aus saudiarabischen Regierungskreisen. Syrien müsse mit dem Abzug beginnen, ansonsten würde es zu Schwierigkeiten im Verhältnis beider Länder kommen. "Sie wissen, was sie tun müssen. Sie sollten sofort abziehen", verlautete aus anderen saudiarabischen Regierungskreisen. "Dies ist, was wir ihnen gesagt haben, und das ist es, was die ganze Welt ihnen sagt."
Neben den USA und Frankreich hat Russland den syrischen Abzug gefordert. Auch der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder äußerte sich auf seiner Reise durch mehrere Golfstaaten entsprechend. UNO-Generalsekretär Kofi Annan kündigte an, der UNO-Gesandte Terje Roed-Larsen solle in den kommenden Tagen nach Syrien und in den Libanon reisen.
Das US-Magazin "Time" hatte Assad mit den Worten zitiert, er könne seine Soldaten binnen weniger Monate aus dem Libanon abziehen. Israel und die USA hatten diese Äußerungen jedoch mit Skepsis aufgenommen. Syrien hat rund 14.000 Soldaten im Libanon stationiert und galt dort bisher als Ordnungsmacht.
eit der Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im vergangenen Monat haben sich die Forderungen nach einem Abzug der Syrer verstärkt. Syrien hat Vorwürfe der libanesischen Opposition zurückgewiesen, etwas mit dem Attentat auf Hariri zu tun zu haben.
(apa)
