Nach Selbstmordanschlag: Israel startet diplomatische Offensive gegen Syrien
- "Beweise sind eindeutig": Anweisung aus Damaskus?
- Syriens Assad besorgt über möglichen US-Angriff
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Israel hat nach dem blutigen Selbstmordanschlag eines palästinensischen Extremisten in Tel Aviv eine diplomatische Offensive gegen Syrien gestartet. Repräsentanten des Außenministeriums und des Militärgeheimdienstes legten den Botschaftern der EU und der Mitgliedsländer des UNO-Sicherheitsrates Geheimdienstinformationen über eine Verwicklung von Damaskus in das Attentat vom Freitag vor, zu dem sich die radikale palästinensische Gruppe "Islamischer Heiliger Krieg" (Jihad Islami) bekannt hatte. Ein ranghohes Mitglied des Militärgeheimdienstes soll die Erkenntnisse in Washington, London und Paris präsentieren.
"Die Beweise sind eindeutig", betonte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums, wollte jedoch keine Einzelheiten nennen. "Die Anweisung kam aus Damaskus." Die syrische Führung habe die Order zwar nicht selbst erteilt. "Aber es hätte ohne die Einwilligung und Zusammenarbeit des Regimes in Damaskus nicht passieren können." Vor möglichen militärischen Schritten wolle Israel gegenüber Syrien zunächst diplomatische Schritte verfolgen, betonte der Sprecher.
Ein Palästinenser aus dem Westjordanland hatte bei dem Anschlag fünf Israelis mit in den Tod gerissen und mehr als 50 weitere verletzt. Syrien weist die israelischen Vorwürfe, es trage eine Mitschuld an der Tat, vehement zurück. Der Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Ron Prosor, sagte vor den ausländischen Botschaftern, die libanesische schiitische Hisbollah-Miliz und der Islamische Jihad versuchten mit syrischer Zustimmung, die Waffenruhe mit den Palästinensern zu torpedieren. Dies gefährde die Errungenschaften des Nahost-Gipfels von Sharm el Sheikh.
Der syrische Staatschef Bashar Assad ist besorgt über einen möglichen Angriff der USA auf sein Land. "Wenn Sie mich fragen, ob ich einen Militärschlag erwarte, dann sage ich, dass ich ihn seit dem Ende des Irak-Krieges habe kommen sehen", sagte Assad in einem Interview mit der römischen Zeitung "La Repubblica". Zu den jüngsten US-Erklärungen zu Syrien meinte Assad: "Die vom Weißen Haus verwendete Sprache erinnert an die Kampagne, die dem Angriff auf den Irak vorausging." Er dementierte erneut, dass Syrien irgendetwas mit dem Selbstmordanschlag auf einen Nachtclub in Tel Aviv oder dem Mord an dem früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri zu tun habe: "Wenn wir wirklich Hariri getötet hätten, wäre das politischer Selbstmord für uns gewesen." (apa/red)
