Nach "Hasen-Affäre": Albertina-Direktor Schröder kritisiert das Bundesdenkmalamt
- "Behörde ist nicht in der Lage, kompetent zu urteilen"
- "profil": Auch geplante Leihgabe an Louvre betroffen
·Seipel: 'Causa Dürer
ist ein Problem'
Direktor zu FORMAT: "Die Scherben wieder kitten"
·'Hasen'-Jagd: Prado respektiert Leihzeit!
Werke könnten früher als ausgehandelt zurück sein
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, kritisiert Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder das Bundesdenkmalamt (BDA), das die Ausfuhr zahlreicher grafischer Werke von Albrecht Dürer untersagt hat. Schröder: "Es hat derzeit weder die Infrastruktur, noch die personellen Ressourcen, um die Arbeiten auf ihren konservatorischen Zustand zu überprüfen, wie das die Museen mit ihren Spezialeinrichtungen können."
Mit der jüngsten Entscheidung habe sich das BDA in eine "schwierige Situation" gebracht: "Wer sich entscheidet, den Prado zu überprüfen, der als eines der vorbildhaftesten Museen der Welt gilt, der entscheidet sich, alle Häuser bei entsprechenden Leihgaben zu überprüfen. Wer sich entscheidet, jene Dürer-Werke zu prüfen, an deren konservatorischen Stabilisierung wir in den letzten beiden Jahren intensiv gearbeitet haben, der entscheidet sich wohl damit auch, das in Hinkunft bei allen anderen Werken zu tun, die von österreichischen Museen verliehen werden."
Ebenfalls kritisiert Schröder die Entscheidung, die Dürer-Arbeiten für fünf Jahre generell zu sperren: "In fünf Jahren erholen sich die Werke ja nicht. Die altern auch in der Kassette." Von der Sperre sei auch eine Dürer-Leihgabe betroffen, welche die Albertina "für 2006 dem Louvre zugesagt" habe.
Dass die Ausfuhrgenehmigung aufgrund der hohen Anzahl von Dürer-Werken keine Routineangelegenheit sei, wäre laut Schröder nicht vorhersehbar gewesen: "Das Standardverfahren hat ja auch gereicht, als wir 30 Dürer-Werke nach Oslo geschickt haben oder in den vergangenen Monaten und Jahren unsere Michelangelos, Leonardos oder Rubens-Zeichnungen die Albertina verlasen haben", so Albertina-Direktor Schröder im "profil"-Interview.
Ein Rücktritt stand für Schröder nicht zur Debatte: "Nur einen Rücktritt anzubieten, und damit zu spekulieren, dass ihn die Ministerin nicht annimmt, und ich mir stolz auf die Brust schlagen kann: Ich bin zwar verantwortlich, aber exkulpiert - das wäre das falsche Signal gewesen."
Noch mehr Infos finden Sie in der aktuellen Ausgabe von "profil"!
