Samstag, 5. März 2005

Nach Tragödie bei Ausgrabungsarbeiten in Salzburg: Arbeiten werden eingestellt

  • Betroffenheit und Trauer in "archäologischer Familie"

In der "archäologischen Familie" in Salzburg herrscht tiefe Betroffenheit und Trauer. Am Freitag war ein 30-jähriger Archäologe bei Grabungsarbeiten verschüttet und getötet worden. In Anbetracht des Unglücks werde die Grabung eingestellt, teilte der Direktor des Salzburger Museums Carolino Augusteum (SMCA), Erich Marx, in einer Aussendung mit. Das Mitgefühl des Teams der Landesarchäologie und der Mitarbeiter des SMCA gelte der Familie des Verunglückten und seiner Verlobten, die bei dem Unfall verletzt wurde.

Das Unglück hatte sich am Freitagvormittag bei Ausgrabungsarbeiten im Salzburger Stadtteil-Liefering ereignet. Als drei Archäologen - der tödlich verunglückte Markus Koller, seine Verlobte Susanne G. und deren Kollegin Ulrike H. - in zweieinhalb Metern Tiefe nach den Überresten eines römischen Gutshofs suchten, kam Erdreich ins Rutschen und verschüttete die Forscher. Die beiden Frauen kamen mit Verletzungen davon.

Die Archäologen hatten die Grube trotz Warnungen eines Baggerfahrers betreten. Raimund Kastler, Landesarchäologe mit Sitz im Museum Carolino Augusteum, bedauert, dass die Betroffenen trotz klarer Anweisungen keine Schutzhelme getragen hatten. Erklärbar sei das Unglück nur mit dem Forscherdrang der drei Opfer, die sich durch die Grabung interessante archäologische Aufschlüsse erwartet hatten, hieß es in der Aussendung des SMCA. (apa/red)

5.3.2005 14:56