Donnerstag, 3. März 2005

Vöcklabrucker wollte 19-jährigen Sohn erschießen: Pistole war nicht entsichert

  • Vor dem Mordversuch Streit um den Hausschlüssel
  • 52-jähriger Pensionist sitzt in der Justizanstalt Wels

Ein 52-jähriger Mann soll Mittwochabend im Bezirk Vöcklabruck in Oberösterreich versucht haben, seinen Sohn zu erschießen. Da der Pensionist vor dem Abdrücken die Waffe nicht entsichert hatte, löste sich kein Schuss, berichtete Werner Buchegger, Leiter der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos am Donnerstag. Dem Mordversuch war ein Streit um einen Hausschlüssel vorangegangen.

In den späten Abendstunden kam es vorerst zu einer telefonischen Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn. Der Grund für den Streit soll ein Schlüssel für ein Haus in Bosnien gewesen sein, den angeblich der 19-Jährige besaß. Nach dem Telefonat steckte der 52-jährige Pensionist eine Pistole der Marke "Mauser", geladen mit sieben Patronen, in seine Jackentasche und fuhr anschließend zur Firma seines Sohnes. Dort forderte er abermals den Schlüssel zurück, der 19-Jährige soll ihn daraufhin beschimpft haben, so Buchegger.

Der Pensionist griff zu seiner Waffe, richtete sie aus etwa eineinhalb Metern Entfernung auf seinen Sohn und drückte ab. Weil er davor die Pistole nicht entsichert hatte, löste sich kein Schuss. Anschließend fuhr der mutmaßliche Täter zurück in seine Wohnung, sein Sohn erstattete Anzeige. Gendarmeriebeamte nahmen seinen Vater in vorläufige Verwahrung, gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Mordversuches erlassen, die Tatwaffe sichergestellt, berichtete Buchegger. Bei seiner Einvernahme soll der 52-Jährige angegeben haben, dass er seinen Sohn erschießen wollte. Er wurde in die Justizanstalt Wels eingeliefert. (apa)

3.3.2005 11:23