Mittwoch, 2. März 2005

Schul-Drama in Salzburg: Tür versperrt, Sechsjährige springt aus dem Fenster

  • Jetzt Strafantrag: Lehrerin hat Aufsichtspflicht verletzt
  • Aufatmen nach Sturz: "Donika geht es wieder sehr gut"

Für Aufsehen sorgte im vergangenen Oktober der Sturz eines sechsjährigen Mädchens aus dem Fenster der Volksschule Maxglan II in der Stadt Salzburg. Die 30-jährige Lehrerin hatte nach dem Förderunterricht die Klasse zugesperrt und dabei die kleine Donika übersehen. Die Schülerin geriet in Panik, sprang aus dem zweiten Stock und verletzte sich dabei schwer. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat jetzt gegen die Lehrerin einen Bestrafungsantrag wegen fahrlässiger Körperverletzung beim Bezirksgericht Salzburg eingebracht.

Der Zwischenfall ereignete sich am Nachmittag des 12. Oktober 2004. "Beim Versperren des Klassenzimmers hat sich die Lehrerin nicht ausreichend überzeugt, dass alle Kinder die Klasse verlassen haben", zitierte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Wegleiter, am Mittwoch aus dem Bestrafungsantrag. Die Pädagogin habe ihre Aufsichtspflicht verletzt.

Das Mädchen erlitt bei dem Sturz einen komplizierten Kieferbruch, einen Oberschenkelbruch sowie Gesichtsverletzungen und Abschürfungen. Es musste mehrere Tage in künstlichem Tiefschlaf versetzt werden. Offenbar sind keine bleibenden Schäden entstanden. Donika kann inzwischen die Schule wieder besuchen.

Gegen die betroffene Lehrerin, "die ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu Donika hat, ist kein Disziplinarverfahren anhängig", sagte Schuldirektorin Irene Dworschak gegenüber der APA. "Dem Mädchen geht es sehr gut, es hat alles gut überstanden." (apa/red)

2.3.2005 19:06