Dienstag, 1. März 2005

Neue Aufregung um EM-Stadion: Laut Protkoll ist Geld nach Kärnten geflossen

  • Zeitung zitiert aus Einvernahmeprotokollen
  • LH Haider und Strbag-Chef Haselsteiner dementieren

Im Zusammenhang mit dem geplanten Klagenfurter Fußball-EM-Stadion sollen 400.000 Euro nach Kärnten geflossen sein. Dies geht aus einem Einvernahmeprotokoll des Innenministeriums hervor, aus dem der "Kurier" in seiner Mittwoch-Ausgabe zitiert. Ein weiteres Zeugenprotokoll gebe als Adressaten den FC Kärnten an, bei dem Landeshauptmann Haider Präsident ist. Haider selbst dementiert das.

Die Vorwürfe beruhen im Wesentlichen auf Behauptungen des früheren Mitglieds der Vergabekommission, Hermann Eisenköck. Bei seiner Einvernahme durch das Büro für interne Angelegenheiten (BIA) schilderte er ein Abendessen mit zwei Strabag-Vorstandsmitgliedern im Do&Co Ende Jänner.

Laut Vernehmungsprotokoll erklärte Eisenköck, dass er dabei darauf hingewiesen wurde, dass "die Strabag im Zusammenhang mit dem Stadionprojekt seit Jahren umfangreiche Vorleistungen erbracht hat." Eisenköck sei laut Protokoll mitgeteilt worden, dass auch Haider "immer wieder etwas von der Strabag gebraucht hätte." Anders als in seinen brieflichen Behauptungen, die dem Eisenköck eine 20 Millionen Klage durch die Strabag einbrachten, meint er dann laut dem dem "Kurier" vorliegenden Protokoll vor der BIA: "Ich zog damals den Schluss, dass die Strabag die FPÖ finanziert, habe dies aber zwischenzeitlich relativiert."

Die BIA hatte zwei Mitglieder der Vergabekommission und zwei Mitglieder der Vorprüfungskommission einvernommen. Zwei davon wollen ebenfalls von Geldflüssen gehört haben. Laut Protokoll ist einem Zeugen "dunkel" die Aussage eines Strabag-Mitarbeiters in Erinnerung: "Ein Wahnsinn, wir zahlen 400.000 Euro nach Kärnten, und dann bekommen wir das Projekt nicht." Dieses Geld soll, so ein weiterer Zeuge, vom holländischen Strabag-Partner HBM gekommen sein und an den FC Kärnten geflossen sein, berichtet der "Kurier". Diese Darstellung wird von allen Betroffenen zurück gewiesen.(apa/red)

1.3.2005 17:52