Dienstag, 1. März 2005

Zahl der österreichischen Opfer steigt an: Tsunami fordert offiziell 35 Menschenleben

  • Bürokratische Verfahren zögern Rückführung hinaus
  • Angehörige warten schon seit Monaten auf Überreste

Die offizielle Zahl der beim Tsunami ums Leben gekommenen Österreicher steigt langsam, aber kontinuierlich. Am Montagabend waren es bereits 35, wie ein Mitarbeiter des Außenministeriums bestätigte. Für die Angehörigen der Opfer ist mit der Ausstellung des Totenscheins nicht immer das Warten vorbei: Bürokratische Hürden und langwierige Identifizierungsverfahren der Thailändischen Behörden zögern die Rückführung der Getöteten in die Heimat manchmal wochenlang hinaus.

Im nun bekannt gewordenen Fall der 77-jährigen Johanna P. aus dem niederösterreichischen Föhrenhain warten die Angehörigen seit dem 26. Dezember, dem Tag an dem die Leiche der Österreicherin identifiziert wurde, darauf, die sterblichen Überreste in der Heimat beisetzen zu können. Es wurde zwar unmittelbar nach der Identifizierung in einem thailändischen Spital ein Totenschein ausgestellt, dieser werde aber mittlerweile von thailändischen Behörden nicht mehr akzeptiert, so der Sprecher des Bundeskriminalamtes, Gerald Hesztera.

Trotz mehrmaliger Intervention der österreichischen Botschaft würde sich der Fall P. langwierig und problematisch gestalten, hieß es von Seiten des Außenministeriums. Wann mit einer endgültigen Identifizierung der Toten durch die Thailänder und mit einer Überstellung gerechnet werden könne, sei nicht absehbar. Es gebe auch noch einen weiteren Fall, in dem sich die Freigabe der Leiche durch die Behörden an Ort und Stelle ähnlich kompliziert gestalte.

Mittlerweile wurden die sterblichen Überreste von 14 österreichischen Tsunamiopfern überstellt - einer davon nach Deutschland. Manche Österreicher würden auch eine Bestattung an Ort und Stelle vorziehen. In zwei Fällen wurden Landsleute vor den Augen ihrer Angehörigen von den Fluten mitgerissen und sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Übrigen würden in Absprache mit den Familienmitgliedern nach und nach in die Alpenrepublik überführt werden, so die Angaben des Außenministeriums. (apa/red)

1.3.2005 07:33