Mittwoch, 23. Februar 2005

Gene bestimmen unseren Geschmack: Genuss-Vorlieben sind bereits festgelegt

  • Studie: Sensibilität gegenüber bitteren Speisen variiert
  • PLUS: Warum Italiener so genannte "No Taster" sind

Nicht nur die verschiedenen Geschmacksvorlieben der Menschen sind durch ihre DNA vorbestimmt, sondern auch die unterschiedliche, individuelle Sensibilität der Geschmacksnerven wird durch genetische Unterschiede festgelegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines US-amerikanischen Forscherteams des Monell Chemical Senses Centers.

Die Untersuchung konnte zeigen, dass genetisch unterschiedliche Rezeptoren auf der Zunge für die Geschmacksensibilität verantwortlich sind.

Sensibilitäts-Skala
Die Experten konnten beweisen, dass nur geringste Veränderungen des so genannten hTAS2R38-Gens mit den verschiedenen Graden der Wahrnehmung und Sensibilität gegenüber bitteren Geschmäckern korrespondieren. Aus diesem Grund kann die Sensibilität gegenüber bitteren Speisen und Getränken von Person zu Person auf einer Skala von 100 bis 1.000 variieren.

Geschmack der Kulturen
Die Wahrnehmung von Bitterkeit ist ein genetischer Schachzug für die Unversehrtheit und findet in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Ausprägungsgrade. "Die genetischen Unterschiede bei den Bitterrezeptoren haben ihre Wurzeln in der Evolution und können die Unterschiede in den kulturellen Traditionen der unterschiedlichen Bevölkerungen erklären", sagt Guiseppe Novelli, Geschmacksforscher am Institut für Genetik der Universität Rom.

Italiener sind so genannte "No-Taster"
"Wenn wir Italiener vorwiegend so genannte "No-Taster" sind, also beispielsweise unsensibel gegenüber der Bitterkeit unseres Nationalgetränkes Kaffee, so würde dies in Afrika den Einwohner eventuell das Leben kosten. Dort hat sich eine hohe Sensibilität gegenüber bitteren Stoffen in der genetischen Struktur der Menschen festgelegt, denn sie ist ein wesentlicher Faktor für das Erkennen eventuell giftiger Stoffe", so Novelli.(pte)

23.2.2005 14:54