Premiere-Börsegang gelungen: Erste Taxe für Aktie bei bis zu 30,50 festgesetzt
- Börsenemission mehr als zwölffach überzeichnet
- Premiere-Chef Kofler: "Eine Spur schlauer geworden"
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Geglückte Premiere für Premiere: Der Bezahlfernsehsender ist am Mittwoch erfolgreich an die Börse gegangen. Der erste Kurs für die Aktie der Premiere AG lag in der Früh bei 30,50 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 28 Euro.
Die Premiere-Aktie war nach Angaben des Unternehmens mehr als zwölffach überzeichnet. Der Emissionspreis lag am oberen Ende der Spanne von 24 bis 28 Euro. Der größte Börsengang in der deutschen Mediengeschichte hatte damit ein Volumen von knapp 1,2 Mrd. Euro. Dem Unternehmen selbst fließen netto mindestens 308 Mio. Euro zu.
"Wir haben alle gesteckten Ziele erreicht. Mit dem erfolgreichen Börsengang lässt Premiere die Vergangenheit endgültig hinter sich", sagte Konzernchef Georg Kofler in Frankfurt. Rund 30 Prozent der Aktien wurden Privatanlegern zugeteilt. Der Streubesitz nach dem Börsengang liegt bei 51,3 Prozent.
Damit erfülle Premiere eine wichtige Voraussetzung für die Aufnahme in den MDAX, den zweitwichtigsten deutschen Börsenindex, hieß es in einer Mitteilung. Der Finanzinvestor Permira hatte Anteile abgegeben und damit einen Teil seines Gewinns realisiert.
Permira größter Einzelaktionär
Größter Einzelaktionär bleibt Permira mit 23,6 Prozent. Es folgen Premiere-Chef Kofler (13,9 Prozent), die Bayerische Landesbank und die HypoVereinsbank (jeweils 4,3 Prozent).
Aus der mit dem Börsengang verbundenen Kapitalerhöhung erlöste das Unternehmen 336 Mio. Euro. Sie werden vor allem zum Schuldenabbau eingesetzt. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sinken dadurch von 370 Mio. Euro auf unter 100 Mio. Euro. Kofler betonte, Premiere verfüge nun über eine "kerngesunde Finanzstruktur".
Ins Leben gerufen hatte das Abo-TV einst der Medienunternehmer Leo Kirch. Er investierte Milliardensummen in das Projekt. Die hohen Verluste im Bezahlfernsehen waren schließlich einer der Hauptgründe für den Zusammenbruch der KirchGruppe.
Im Jahr 2004 schrieb Premiere erstmals in der 14-jährigen Unternehmensgeschichte operativ schwarze Zahlen. Gleichzeitig wurden zum Jahresende mit 3,25 Mio. Abonnenten erstmals die Marke von drei Millionen überschritten.
Pro7-Aktien mit Höhenflug
Spekulationen um eine Übernahme durch den Verlag Axel Springer haben die Aktien der TV-Senderkette ProSiebenSat.1 am Mittwoch beflügelt. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titel verteuerten sich zeitweise um knapp drei Prozent auf 15,50 Euro.
"Die Aktie reagiert auf einen Bericht über das angebliche Springer-Angebot von 18 Euro je ProSieben-Aktie", sagte ein Händler. Das Magazin "Börse Online" berichtete im voraus ohne Angabe von Quellen, Europas größter Verlagskonzern wolle dem US-Medienunternehmer Haim Saban und den an ProSieben beteiligten Finanzinvestoren 18 Euro je ProSiebenSat.1-Stammaktie bieten. In Branchenkreisen hieß es jedoch, ein solches Angebot klinge wenig plausibel, weil es viel zu niedrig sei.
Bereits im Jänner hatte ein angebliches Interesse Springers an der Übernahme der Senderfamilie den Kurs der börsennotierten Vorzugsaktien von ProSieben nach oben getrieben. ProSiebenSat.1-Finanzchef Lothar Lanz hatte im Februar gesagt, dem Vorstand sei bekannt, dass Springer seinen Anteil aufstocken wolle. Der Verlag selbst hat Stellungnahmen dazu stets abgelehnt.
(apa)
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