Frage der nationalen Sicherheit: Verkauf der PC-Sparte von IBM weiterhin offen
- IBM verhandelt mit US-Behörden über Zugeständnisse
- Ausblick auf sinkenden Kaufpreis treibt Aktien nach oben
·IBM-Lenovo-Deal liegt vorerst auf Eis!
Schritt wegen Gefahr der Industriespionage gesetzt
·Mobile Geräte im Visier der Angreifer
IBM-Report über künftige Fragen der Sicherheit
·Intel stellt ab sofort Dual Core-Chips her
Schon in wenigen Monaten
werden sie ausgeliefert
Der Verkauf der PC-Sparte des US-Computerherstellers IBM an die chinesische Lenovo-Gruppe ist wegen nationalen Sicherheitsbedenken der US-Behörden weiter offen. Einem Zeitungsbericht zufolge verhandelt IBM weiter mit Behörden über Zugeständnisse. IBM ist ein wichtiger Computer-Lieferant der US-Behörden. Kommt es zu keiner Einigung, könnten die Behörden ihrerseits die Bezugsverträge kündigen.
Analysten zufolge könnte Lenovo in der Folge von Zugeständnissen IBMs bessere Konditionen beim auf 1,25 Mrd. Dollar (943 Mio. Euro) taxierten Kauf der PC-Sparte aushandeln oder sogar Argumente für einen Ausstieg aus der Kaufvereinbarung bekommen. Die Aussicht auf mögliche Vereinbarungen in den USA verhalf den zuletzt angeschlagenen Lenovo-Aktien in Hongkong zu einem Plus von 3,4 Prozent auf 2,275 Hongkong-Dollar (0,22 Euro).
IBM habe den US-Behörden etwa vorgeschlagen, Gebäude in gemeinsam genutzten Büro-Anlagen zu versiegeln oder die Namen von US-Behörden-Kunden zurückzuhalten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Bei den dreistündigen Gesprächen sei aber bisher keine Entscheidung erreicht worden.
Ein Sprecher von IBM wollte den Bericht nicht kommentieren. Bei Lenovo sagte eine Sprecherin, ihr Unternehmen arbeite voll mit den US-Behörden zusammen. Auf den Bericht wollte sie allerdings ebenfalls nicht eingehen.
"Wenn die US-Regierung beschließt, nicht mehr bei IBM zu kaufen, müssen sie entweder den Preis für die Übernahme überdenken oder sogar die Gelegenheit ergreifen, um von dem Geschäft zurückzutreten", sagte Analyst Joseph Ho von DBS Vickers. Sein Kollege Marvin Lo von BNP Paribas ergänzte, es sei bereits erwartet worden, dass die Namen von Kunden zurückbehalten werden. Es sei nicht davon auszugehen, dass die US-Behörden weiterhin IBM-PC beziehen würden, wenn die Sparte in die Hände eines ausländischen Unternehmens gerate. "Natürlich kann Lenovo dies als Vorwand heranziehen, um einen niedrigeren Kaufpreis zu erkämpfen", sagte Lo. (apa)
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