Mittwoch, 23. Februar 2005

Bankbeamte Ade? Powerplay um BA-CA

Crash-Gefahr bei größter Bank Österreichs. BA-CA-Boss will Aus für unkündbare Bankbeamte. ÖGB droht mit massivem Streik.
Bank-Austria-Boss im NEWS-Talk: „Wenn wir heute nicht handeln, dann haben wir bald echte Probleme …“

Offener Schlagabtausch bei der BA-CA: Der Vorstand will das Dienstrecht ändern und einen Stopp beim so genannten Definitivum (= Pragmatisierung nach rund zehn Dienstjahren). Der Betriebsrat läuft dagegen Sturm, pocht auf die Definitivstellung von weiteren 2.300 Mitarbeitern und droht unverhohlen mit Streik.

„Provokation“. Jetzt kommt es zum Showdown. BA-CA-General Erich Hampel will bis Ende Februar endgültig eine Entscheidung – notfalls auch ohne Zustimmung der mächtigen Betriebsratschefin Hedwig Fuhrmann, die bisher vor allem auf Zeit gespielt hatte. Die wiederum gibt sich jetzt ebenfalls kampfesbereit, spricht von einer „Provokation“ und hat sich von der Belegschaft bereits die Ermächtigung zum Streik geholt.

Aufgeheizt wird die Stimmung von Katastrophenmeldungen aus der Branche. Die Deutsche Bank wird 6.400 Mitarbeiter kündigen, und die BA-CA-Mutter HypoVereinsbank (HVB) will ebenfalls Tausende Mitarbeiter auf die Straße setzen.

„Beamtenburg“. Bei der BA-CA selbst ist zwar vorerst von Kündigungen keine Rede, Fuhrmann will dennoch weitere Mitarbeiter der Unkündbarkeit, also dem Definitivum, zuführen. Derzeit sind bereits rund 4.000 Mitarbeiter der BA-CA definitiv gestellt. Kämen wie gefordert weitere 2.300 dazu, dann wäre mehr als die Hälfte der rund 11.000 BA-CA-Mitarbeiter in Österreich so gut wie pragmatisiert. „Fuhrmann“, so ein empörter Bankmanager, „will uns wohl zur größten Beamtenburg des Landes machen.“

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23.2.2005 16:52