Generation Krieg
- FC Suicide: Eine Mannschaft wurde zum Terror-Team trainiert.

Terrorzelle Fussballteam: Wie junge Sportler Selbstmord-Bomber wurden: der FC Suicide in Hebron.
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Liebe hat viele Gesichter, und manche gleichen einer Fratze. Natürlich fehlt mir mein Bruder Fuad sehr, sagt Amar Kawasneh. Lächelnd spricht der Teenager weiter: Aber seine heldenhafte Tat, die ihn zum Märtyrer werden ließ, hat unsere Familie reich gesegnet. Wir lieben Fuad als Toten doppelt so sehr wie als Lebenden.
Der 20-jährige Fuad griff an einem Freitagnachmittag vor mehr als eineinhalb Jahren mit einem Sprengstoffgürtel bewaffnet eine jüdischen Siedlung in seiner Heimatstadt Hebron an. Am Platz vor dem Eingang zündete er die Bombe und riss sich und ein jüdisches Ehepaar in Stücke. Wenn der Bruder und der Vater heute über diesen brutalen Ausbruch des Hasses sprechen, ist in jedem zweiten Satz die Rede von Fuads Liebe: die für Palästina, den Kampf und vor allem für seinen besten Freund Fadi Fakuri.
Fußballterroristen. Mit Fadi verbanden Fuad zwei Leidenschaften: die für einen blinden Islam, der das Paradies für Terroristen verheißt, und die für Fußball, ihr Himmel auf Erden. Seit sie 15 Jahre alt waren, spielten sie im Klub der Al-Rabat-Moschee im Stadtteil Abu Katila.
Und die beiden Nachbarsbuben starben auch gemeinsam. Am selben Tag wie Fuad sprengte sich auch Fadi bei einem Anschlag in die Luft. Beide folgten der mörderischen Tradition ihres Klubs, der in Hebron nicht als FC Al-Rabat, sondern als FC Suicide bekannt wurde. So als hätte die Nachricht von Friedensgesprächen zwischen ihrem neuen Präsidenten Mahmoud Abbas mit Israel die Westbank-Stadt Hebron noch nicht erreicht, werden die Terroristen als wahre Helden Palästinas verehrt.
Hamas zog die Fäden. 1998 wurde der Fußballverein von Muhsan Kawasneh gegründet, einem Schulabbrecher, der sich mit dem Verkauf islamistischer Texte durchschlug. Im Hintergrund aber zog schon zu diesem Zeitpunkt Terrorboss Ahmed Bader vom bewaffneten Flügel der Hamas die Fäden.
Muhsan, der Trainer des Klubs, weckte subtil den Sportsgeist seiner Schützlinge für einen Kampf, der mit Bomben und nicht mit Bällen ausgetragen wird. Die Mannschaft wurde aus der Nachbarschaft der Al-Rabat-Moschee rekrutiert, die Spieler in willige Mörder verwandelt: Zwischen 2000 und 2004 starben neben Fuad und Fadil sechs weitere Spieler als Attentäter: Hamza, Hassan, Basam, der Gründer Mushan und zuletzt bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Beer Sheva im August vergangenen Jahres Ahmed.
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