Kriminalfall Kärnten
- Skandal-Fall EM-Stadion eskaliert: Noch nie zuvor wurde bei einer Auftragsvergabe so geschoben und getrickst

Geheime Dokumente belasten Jörg Haider. Juror unter Druck: Wie ein Mitglied der Vergabekommission unter Druck gesetzt wurde und so die Untersuchungen auslöste.
Prüft Parlament nun Stadionskandal? Staatsanwalt greift ein: Polizei und Justiz erheben bereits. Grüne und SPÖ fordern nun auch die Einsetzung eines U-Ausschusses.
Für den Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher, ÖVP, ist die Sache gelaufen: Egal, was passiert da müssen wir durch. Ich hoffe auf einen einstimmigen Beschluss der Vergabekommission. Ist ein solcher nicht erzielbar, dann genügt auch die qualifizierte Mehrheit.
Nachsatz: Wir haben den Weg begonnen, und jetzt gehen wir ihn zu Ende.
Die Vergabe des Klagenfurter Stadions zur Austragung der Fußball-EM 2008 Projektname: Euro 08 ist in der Zielgeraden angelangt. Am Dienstag (22. Februar) endete um Punkt 10 Uhr das Nachbesserungsverfahren (Last Best Offer LBO). Bis zu diesem Zeitpunkt hatten alle Bieterfirmen Gelegenheit, ihr (schon am 29. Oktober 2004 abgegebenes) Anbot nachzubessern, Wünsche des Bauherrn (Stadt Klagenfurt) zu berücksichtigen und ihr Offert auf den endgültig letzten LBO-Stand zu bringen.
Am 22. fand im Wiener Haus des Sports in der Prinz-Eugen-Straße 12 in Anwesenheit eines Notars, eines Rechtsanwaltes und des Klagenfurter Bürgermeisters Scheucher und weiterer Zeugen die Öffnung der endgültigen Offerte statt. Es bleibt dabei: Das Billigst- und Best-Offert kommt von der Firma Porr das Konkurrenzprojekt der Strabag war weit abgeschlagen.
Der Stadionbau Euro 08 wurde am 3. Jänner 2004 im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft und am selben Tag im Internet öffentlich ausgeschrieben. Anzubieten war ein komplettes Stadion (mit Nebenanlagen) samt Planung. Das Anwaltsbüro Van Melle & Partner (Mag. Platzer) sollte die Vorausscheidungen, eine elfköpfige Vergabekommission (bestehend aus je drei Vertretern des Bundes, der Stadt Klagenfurt und des Landes Kärnten also jener Institutionen, die sich die Kosten dritteln sowie je einem Vertreter der EM-Standorte Salzburg und Tirol) unter Vorsitz von Peter Gattermann (Direktor des Österreichischen Instituts für Schul- und Sportstättenbau, ÖISS) bis 7. März die endgültige Vergabeentscheidung treffen.
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