Probebetrieb für E-Card im Burgenland: Bisher fast reibungsloser Ablauf
- Über 100.000 Versicherte und mehr als 80 Ordinationen
- Teurer Spaß: Investitionen von 6.000 Euro pro Arztpraxis!
Weitgehend reibungslos ist am Montag im Nordburgenland der großflächige Probebetrieb der E-Card in über 80 teilnehmenden Ordinationen und Ambulatorien angelaufen: Bis 9.00 Uhr wurden bei Arztbesuchen bereits 500 Transaktionen über das System abgewickelt, berichtete der zuständige Geschäftsführer im Hauptverband, Volker Schörghofer, bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.
In drei Ambulatorien der Burgenländischen Gebietskrankenkasse (BGKK) etwa begann der Betrieb um 6.30 Uhr. Nach einjähriger Entwicklungsarbeit und einer dreimonatigen Erprobung in der Ordination des Trausdorfer Arztes Milan Kornfeind sei der Start des Probebetriebes "ein freudiger Moment", so Schörghofer. Zu Verzögerungen beim Start sei es in fünf Ordinationen gekommen: In drei Fällen, wo der Telefonanbieter gewechselt wurde, solle diese Woche noch die Installation erfolgen. Bei zwei Ärzten dürfte ein Router das Problem sein.
Positive Erfahrungen aus Testversuch
Er könne nach einer Nachbesserung bei der Box und der Aufstellung neuer Lesegeräte über das System Positives berichten, erklärte Dr. Kornfeind: "Dort, wo es installiert ist und wo es keine Probleme mit Leitungen gibt, funktioniert es auch." Er sei selbst heute schon von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr tätig gewesen: "Derzeit funktioniert auch in meiner Ordination alles bestens." Reagierte das Gerät beim Einstecken einer Chipkarte bisher nach etwa fünf Sekunden, erfolge durch die Verwendung einer neuen Software die Reaktion bereits nach zwei bis drei Sekunden. "Die Patienten machen alle begeistert mit", so Kornfeind. Von zehn Patienten würden mindestens acht die E-Card jedes Mal mitbringen.
Tausende von Euro an Kosten für Ordination
Beim Umstieg auf die Chipkarte rechnet der Arzt allerdings für seine Kollegen mit Kosten von 5.000 bis 6.000 Euro pro Ordination. Dazu kämen noch Personal- und Leitungskosten. Ähnlich wie die E-Card sollte man auch die bevorstehende "Chefarztpflicht neu" zuerst in einigen Praxen erproben, damit man nicht ein Fiasko erlebe wie Anfang des Jahres, wie schlug der Mediziner vor.
In den nächsten drei Monaten werden rund 104.000 Versicherte in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Neusiedl am See sowie in Eisenstadt und Rust den elektronischen Krankenscheinersatz testen. Ab Ende Mai bekommen dann alle Österreicher die E-Card per Post zugesandt. Bis Ende November sollen alle rund acht Millionen Versicherten die Karte in ihren Händen haben und mit Beginn des Jahres 2006 soll dann der Krankenschein endgültig der Vergangenheit angehören.
Politik ist zufrieden: "International vorzeigbar"
Hauptverbands-Vorstandsvorsitzender Erich Laminger sprach zum Auftakt des Probebetriebes von einem großen Tag für die Sozialversicherung und vor allem für die Versicherten selbst. Die E-Card sei "ein Projekt, das auch international vorzeigbar ist." Bei der Umsetzung liege man "total im Zeitrahmen", nachdem man in dieser Form erst zu Jahresbeginn 2004 habe starten können. Auch bezüglich der Kosten sei man absolut im Rahmen.
Er freue sich über den erfolgreichen Start des Probebetriebes, erklärte Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (S). Damit habe das Burgenland eine Pionierleistung und eine Vorreiterrolle in diesem Bereich übernommen. Mit der E-Card sei ein wichtiger Schritt im Hinblick auf eine moderne Kundenorientierung erfolgt, so Gesundheitslandesrat Peter Rezar (S). LHStv. Franz Steindl (V) erklärte in einer Aussendung, mit der Einführung der E-Card starte die Sozialversicherung den größten Modernisierungsschub ihrer Geschichte.
(apa)
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