"Identitätsdiebstahl"? Bank "verlor" Daten von US-Regierungsmitarbeitern
- Bänder mit Kreditkarten- & Kontendaten verschwunden
Die Datensicherungsprobleme in den USA werden immer offensichtlicher. Die Bank of America hat "eine geringe Zahl" von Computer-Datenbändern verloren, die Kreditkarten- und - kontendaten von US-Regierungsbediensteten enthielten. Dies hat das Kreditinstitut am Freitag nach Börsenschluss bekannt gegeben.
Nach einem Bericht der "New York Times" vom Samstag sollen Privatdaten von rund 1,2 Millionen Regierungsmitarbeitern und einiger Senatoren dabei gewesen sein. Die Bänder bezogen sich auf Visa-Kreditkarten, die von der Bank herausgegeben worden waren. Regierungsmitarbeiter bezahlten damit Reisen oder tätigten Käufe im Auftrag der Regierung. Nach Zeitungsangaben sind rund 900.000 Beschäftigte des US-Verteidigungsministeriums betroffen.
Die Bänder waren nach Angaben der Bank of America während einer Lieferung an ein Datensicherungszentrum verloren gegangen. Die Bank hatte sofort die Justizbehörden eingeschaltet. Die Untersuchung habe keine Hinweise ergeben, dass die Bänder oder ihr Inhalt angezapft oder missbraucht worden seien. Die Bänder gelten "jetzt als verloren".
Die nachlässige Datensicherung in den USA ist inzwischen zum Politikum geworden. Die Daten der auf die Sammlung und Weitergabe von Informationen über Millionen amerikanischer Verbraucher spezialisierten US-Gesellschaft ChoicePoint Inc. sind von Kriminellen angezapft worden. Sie können mit Hilfe dieser Daten groß angelegte Betrügereien durchführen. ChoicePoint hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass 145.000 Benachrichtigungen an potenzielle Datenmissbrauchs-Opfer im ganzen Land versandt worden sind.
"Identitätsdiebstahl" ist ein enormes Problem in den USA. Tausende von Amerikanern sind jährlich die Opfer. Die Kriminellen eröffnen mit Hilfe persönlicher Daten der Betroffenen Konten, beschaffen sich Kreditkarten und machen in großem Stil Schulden. (apa)
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