Sonntag, 27. Februar 2005

Warnung vor Qualitätsverlust: Apotheker gegen Internet-Handel & Apothekenketten

  • Gefahr für flächendeckende Versorgung wird befürchtet

Apotheker warnen vor einem Qualitätsverlust der Arzneimittelversorgung, sollten beim Medikamentenverkauf Apotheken-Ketten und Internet-Versandhandel eingeführt werden. Das würde eine extreme Verschlechterung der Versorgungs-Qualität und eine Gefahr für die flächendeckende Versorgung darstellen, erklärte der Präsident der Österreichischen Apopthekerkammer, Herbert Cabana, gegenüber der APA.

Diesbezügliche Veränderungen in der jüngsten Vergangenheit in mehreren Ländern der EU bereiten Cabana Sorgen: "In Norwegen, wo bis vor kurzem das System der Apotheken noch dem österreichischen vergleichbar war, hat man die Bildung von Apotheken-Ketten zugelassen." Arzneimittel könnten dort in Supermärkten bzw. Tankstellen abgegeben werden. Eine ähnliche Entwicklung wäre in Irland zu verzeichnen.

In Deutschland habe man die so genannte "kleine Kettenbildung" und den Arzneimittel-Versandhandel zugelassen. Das habe zu einer deutlichen Qualitätsreduktion in der Versorgung und zu einer Verringerung der Apotheken-Umsätze geführt. Unter "kleiner Kettenbildung" versteht man in Deutschland, dass ein Eigentümer neben seiner eigenen auch noch drei zusätzliche Apotheken haben darf.

In Österreich dürfen Pharmazeuten nur eine Apotheke betreiben. Allerdings gibt es laut Insidern Unternehmer, die über Strohmänner mehrere Betriebe besitzen. Neben der einen Apotheke darf sich ein Konzessionsinhaber nämlich mit jeweils 49 Prozent an weiteren Betrieben beteiligen - und zwei weitere Prozent über einen Dritten beherrschen. (apa)

27.2.2005 16:57