Torefirma Guttmann in Güssing ist im Ausgleich: 110 Jobs sind davon betroffen
- Familienbetrieb zahlungsunfähig und überschuldet
- Ein Sanierungskonzept liegt bereits vor
Hiobsbotschaft für die Belegschaft der burgenländischen Torsysteme-Firma Guttmann in Güssing: Am Donnerstag Nachmittag wurde am Landesgericht Eisenstadt der Ausgleich über die Firma eröffnet. Dies bestätigte der KSV gegenüber der APA.
Nach Angaben des Kreditschutzverbandes von 1870 sind 110 Jobs betroffen. Als Insolvenzgrund wird Zahlungsunsfähigkeit und Überschuldung des Familienbetriebs angegeben. Die Firma war bereits seit längerem mit den Lohnzahlungen im Rückstand. Eine außergerichtliche Lösung war zuvor gescheitert.
Die Insolvenzverbindlichkeiten werden mit 14,3 Mio. Euro angegeben. Die Aktiva stehen nach bisherigen Angaben mit 12,7 Mio. Euro zu Buche. Das bedeutet eine Überschuldung von 1,6 Mio. Euro.
Nach Angaben des KSV ist ein Sanierungskonzept in Arbeit. Der Ausgleich solle die 110 Jobs und den Betrieb retten. KSV-Insolvenzexperte Kurt Haendel: "Das Sanierungskonzept wird nun genau geprüft, ob es Profil hat. Erst danach ist konkret einschätzbar, ob Guttmann den angestrebten Ausgleich auch tatsächlich schaffen kann".
Von dem Ausgleich sind insgesamt rund 440 in- und ausländische Gläubiger betroffen, die ihre Forderungen ab sofort anmelden können. Die erste Tagsatzung findet Anfang April statt.
AK: "Es ist nichts bezahlt worden"
Um 12 Uhr war für den südburgenländischen Betrieb Guttmann Torsysteme das Ultimatum zur Überweisung der Löhne an die 110 Mitarbeiter abgelaufen. "Es ist nichts bezahlt worden", so der Leiter der AK-Insolvenzabteilung, Rainer Porics, zur APA. Die Bezahlung für Dezember, Jänner und Februar sei bei den Dienstnehmern offen.
Ein Austritt erfolge nicht, die Dienstverhältnisse blieben aufrecht, da der Ausgleich eröffnet wurde. Das Austrittsrecht sei durch die Ausgleichseröffnung "an und für sich weg". Porics geht davon aus, dass sich die Firma bemühen werde, die 40-prozentige Ausfallsquote aufzubringen. Seitens der AK werde versucht, die Dienstnehmer-Forderungen über den IAG-Fonds einbringlich zu machen.
Die Mitarbeiter sollen morgen, Freitag, 9.00 Uhr, bei einer Betriebsversammlung informiert werden.
Früheren Angaben Guttmanns zufolge betragen die Personalkosten monatlich 160.000 Euro, laut Kreisen sollen es aber an die 200.000 Euro sein, die Abgaben noch nicht eingerechnet. Die Nachzahlungen hätten angeblich von künftigen Investoren kommen sollen. Vereinbart sei auch, dass die ausständigen Jänner-Gehälter bis spätestens 3. März bezahlt werden. Am Tag darauf soll die Geschäftsführung ihren Zahlungsplan für die Februar-Gelder vorlegen.
Hauptgläubiger von Guttmann ist die Bank Burgenland, sie hält Pfandrechte. Der BA-CA ist die Marke verpfändet. (apa)

