Freitag, 25. Februar 2005

Powerplay um BA-CA: Boss Erich Hampel will das Aus für unkündbare Bankbeamte

  • ÖGB droht bei Durchsetzung bereits mit Streiks
  • Kommt keine Einigung, zieht BA-CA Dienstrecht durch

Offener Schlagabtausch bei der BA-CA: Der Vorstand will das Dienstrecht ändern und einen Stopp beim so genannten Definitivum (= Pragmatisierung nach rund zehn Dienstjahren). Der Betriebsrat läuft dagegen Sturm, pocht auf die Definitivstellung von weiteren 2.300 Mitarbeitern und droht unverhohlen mit Streik.

Jetzt kommt es zum Showdown. BA-CA-General Erich Hampel will bis Ende Februar endgültig eine Entscheidung - notfalls auch ohne Zustimmung der mächtigen Betriebsratschefin Hedwig Fuhrmann, die bisher vor allem auf Zeit gespielt hatte. Die wiederum gibt sich jetzt ebenfalls kampfesbereit, spricht von einer "Provokation" und hat sich von der Belegschaft bereits die Ermächtigung zum Streik geholt.

Aufgeheizt wird die Stimmung von Katastrophenmeldungen aus der Branche. Die Deutsche Bank wird 6.400 Mitarbeiter kündigen, und die BA-CA-Mutter HypoVereinsbank (HVB) will ebenfalls Tausende Mitarbeiter auf die Straße setzen.

Kündigung bei BA-CA-Mutter HVB, keine bei BA-CA
Bei der BA-CA selbst ist zwar vorerst von Kündigungen keine Rede, Fuhrmann will dennoch weitere Mitarbeiter der Unkündbarkeit, also dem Definitivum, zuführen. Derzeit sind bereits rund 4.000 Mitarbeiter der BA-CA definitiv gestellt. Kämen wie gefordert weitere 2.300 dazu, dann wäre mehr als die Hälfte der rund 11.000 BA-CA-Mitarbeiter in Österreich so gut wie pragmatisiert. "Fuhrmann", so ein empörter Bankmanager, "will uns wohl zur größten Beamtenburg des Landes machen."

Heftig umstritten ist nicht nur die Frage der Definitivstellungen. Auch die Änderung des Dienstrechts will der Betriebsrat nicht hinnehmen und fordert bei einer Änderung der Gehaltsvorrückungen Übergangsfristen bis 2012.

Das dauert Hampel freilich viel zu lange. Schließlich will er mit der Umstellung vom bislang bei der BA-CA gültigen Sparkassen-Kollektivvertrag auf den Banken-KV gerade die Dynamik bei den Vorrückungen einbremsen. Hampel: "Es geht darum, den Kostenanstieg auf ein normales Niveau zu bringen, wie es in Österreich üblich ist."

Am 28. Februar könnte die Situation jedenfalls endgültig eskalieren. Denn sollte es bis dahin keine Lösung mit dem Betriebsrat geben, wird die BA-CA-Führung aller Voraussicht nach im Alleingang ein neues Dienstrecht für die rund 11.000 Mitarbeiter der Bank beschließen.

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25.2.2005 14:01