Montag, 21. Februar 2005

Mega-Deal in der Pharma-Branche:
Novartis schluckt Hexal und Eon Labs

  • Damit weltgrößter Hersteller von Nachahmer-Medikamenten

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis schluckt den zweitgrößten deutschen Hersteller von Nachahmer- Medikamenten, Hexal. Für 5,65 Mrd. Euro in bar übernimmt Novartis das Familienunternehmen mit weltweit mehr als 7.000 Mitarbeitern sowie dessen US-Partner Eon Labs. Novartis steigt damit zum weltweit größten Produzenten von Medikamenten auf, deren Patentschutz abgelaufen ist.

Die vor 19 Jahren von den Brüdern Strüngmann gegründete Hexal ist nach dem Marktführer Ratiopharm die Nummer zwei auf dem deutschen Generika-Markt. "Das Abkommen mit Novartis dient der Sicherung der Zukunft von Hexal und damit auch den Mitarbeitern", erklärte Co- Vorstandschef Thomas Strüngmann am Montag. Man habe alle Optionen geprüft - Börsengang, Fusion und Verkauf. Der Verkauf an Novartis erlaube, dass das Geschaffene nicht nur erhalten, sondern weiterentwickelt werden könne.

Kasse machen die Zwillingsbrüder Andreas und Thomas Strüngmann nicht nur für Hexal, sondern auch für die an der US-Börse Nasdaq notierten Eon Labs, an der sie 67,7 Prozent halten. Novartis übernimmt beide Pakete und unterbreitet danach ein öffentliches Kaufangebot für die restlichen Eon-Labs-Aktien für 31 Dollar das Stück. Insgesamt wird Novartis damit mehr als sechs Mrd. Euro für den Deal bezahlen.

Hexal und Eon Labs sollen laut Novartis nach den Bewilligungen der Wettbewerbsbehörden in die Generika-Tochter Sandoz integriert werden. Dadurch überholt Novartis das israelische Pharmaunternehmen Teva als weltweit größter Generika-Hersteller. Die künftige Sandoz erzielt einen Umsatz von rund 3,9 Mrd. Euro und beschäftigt 20.000 Mitarbeiter.(apa/red)

21.2.2005 17:31