Bilanz des Nordischen Direktors: "Haben uns erstmals bei Großereignis erfangen!"
- Großes Lob für Athleten & Trainerteam im Skispringen
- Aus Einzel-Niederlagen "richtige Schlüsse gezogen"
·Medaillenspiegel der Nordischen WM!
Auf einen Blick: Wer wie viel Edelmetall geholt hat
·Vier gewinnt: Gold-Kleeblatt des ÖSV!
Vier Charaktere feiern
2 Siege im Teamspringen
·Gold für Österreich im Team-Springen!
Titel auf Großschanze, Finnland 2., Norwegen 3.
·Gold für Österreich auf Normalschanze!
Nordische WM: Sieg vor Deutschland & Slowenien
Österreichs Skispringer haben die Jahre lange Durststrecke bei Großereignissen überwunden und erstmals seit den Weltmeisterschaften 1991 in Val di Fiemme sogar zwei Mal Gold geholt. Für den Nordischen Direktor des ÖSV, Toni Innauer, waren die Titelkämpfe in Oberstdorf auch eine Genugtuung, weil sich das neue, österreichische Trainerteam auch in Krisen-Situationen bewährt hat. Nach den Einzel-Niederlagen haben die ÖSV-Adler gleich in beiden Mannschaftsbewerben groß zurück geschlagen und für das erste "Team-WM-Double" der Geschichte gesorgt.
Innauer freute sich im folgenden Interview besonders, dass es erstmals gelungen ist, sich trotz eines Rückschlags während eines Großereignisses zu erfangen.
Frage: Wenn man diese Siegesfeier hier im Haus Ski Austria wieder sieht: Diese WM war aus Springer-Sicht ein Wellental der Gefühle, oder?
Innauer: "Man kommt her, ist die führende Nation im Nationencup und wir haben uns zuerst auch super adaptiert auf die Kleinschanze. Die Hoffnungen waren relativ hoch, aber dann ist es eigentlich daneben gegangen beim Normalschanzenbewerb. Dann ist zwei Mal der selbe Rhythmus gewesen: Es ist daneben gegangen und wir haben uns auf die Mannschaft aufgebaut und das hat voll funktioniert. Natürlich sollte man diesen Rhythmus auf die Großschanze übernehmen, aber dort hat es nicht geklappt. Wir haben uns auf der Großschanze schon im Training nicht ganz so wohl gefühlt und haben vielleicht die kleine Niederlage beim Einzelspringen gebraucht, um dann wieder die richtigen Ansätze zu finden fürs Mannschaftsspringen."
Frage: Könnte man also sagen, dass diese Einzel-Niederlagen die zwei Goldmedaillen erst möglich gemacht haben?
Innauer: "Naja, wir haben sicher jeweils etwas daraus gelernt und die richtigen Schlüsse, die man so spontan machen kann, gezogen. Das Trainerteam hat super reagiert, denn da geht's um die Stimmung. Für manche wie den Morgi oder den Hölli war es schon bitter, weil sie mit großen Erwartungen da waren. Kann passieren im Skispringen, weil es weltweit ein paar ganz tolle Springer gibt, und wenn die in Höchstform sind, muss man halt selbst auch auf dem Top-Level hupfen, sonst hat man keine Chance."
Frage:Bleibt noch Platz für Enttäuschung wenn man zwei Team-Goldmedaillen gemacht hat, weil es im Einzel halt gar nicht sein sollte?
Innauer: "Ich glaube, das wäre unwürdig, wenn wir jetzt so denken würden. Vergleichen wir uns jetzt z.B. mit Norwegen, Deutschland oder Finnland. Die Norweger sind fast ein bisserl unter ihrem Wert wegkommen, die haben auf der Großschanze jedes Training dominiert und einen dritten und vierten Platz gemacht. Da muss man sagen, mit zwei Goldmedaillen mit der Mannschaft sind wir wirklich gut davon gekommen. Und wir haben es das erste Mal geschafft, uns während einem Großereignis von einem Rückschlag zu erfangen, zur eigenen Stärke zu finden und dann wirklich Resultate zu erzielen. Es ist kein Zufall, wenn man die kleine Schanze mit der Mannschaft gewinnt und auch die große. Vielleicht war das Timing nicht perfekt, vielleicht wären manchen Einzelmedaillen lieber. Aber nach dem Neubeginn dieser Ära im Skispringen, dem komplett neuen Trainerteam rund um Alexander Pointner, darf man auch von anderen erwarten, dass sie anerkennen, dass es funktioniert hat, was man da gemacht hat. Das dürfen wir jetzt mit Fug und Recht behaupten."
Frage:Hat sich der Teamgeist während der WM eigentlich sogar noch verstärkt?
Innauer: "Immer dann, wenn man im Einzel scheitert und dann über die Mannschaft wieder zur persönlichen Stärke findet, dann bleibt was hängen. Man merkt, dass man dem anderen auch was zu verdanken hat. Und dieser gemeinsamen Anstrengung für eine gemeinsame Sache. Das ist zwei Mal so dramatisch gut ausgegangen, dass man sicher davon ausgehen kann: die Leute sind stark aneinander gebunden. Nicht nur die Athleten, sondern auch die Trainer untereinander, weil sie einen guten Job gemacht haben."
(apa)










