Norweger dominieren Königsdisziplin: Dreifachsieg über 50 Kilometer klassisch
- Frode Estil gewinnt die letzte Langlauf-Gold-Medaille
- ÖSV-Starter Michail Botwinow wird sehr guter Achter
Die norwegischen Wikinger haben Wind und Wetter getrotzt und im 50-km-Langlauf (klassisch) bei der Nordischen Ski-WM einen Dreifach-Sieg gefeiert. Frode Estil holte am Samstag im prestigeträchtigsten Einzelbewerb sein zweites Gold in Oberstdorf und ist mit seinem Landsmann Tore Ruud Hofstad mit zwei Erfolgen und ein Mal Bronze der erfolgreichste männliche Athlet der Titelkämpfe. Der 32-Jährige aus Trondheim eroberte mit einem wahren Stakkato auf dem letzten Kilometer sein erstes Einzel-Gold nach drei Staffel-Titeln. Seine Teamkollegen Anders Aukland und Odd-Björn Hjelmeset blieben im Zielsprint 0,7 bzw. 1,4 Sekunden zurück. Michail Botwinow war mit Rang acht nicht ganz zufrieden.
In einem verrückten Rennen, in dem wegen langsamer Spur bis wenige Kilometer vor Schluss eine 35-köpfige Spitzengruppe beisammen war, musste Botwinow seine Hoffnungen im Tiefschnee begraben. Der WM-Dritte von Ramsau 1999 fand im letzten Anstieg keine optimale Position, wollte neben der Loipe überholen, doch vergeblich. "Das war heute eher unfair. Es gab keine Möglichkeit, weg zu laufen. Wer vorne lief, musste Spurgerät spielen", sagte der 37-Jährige Olympia-Zweite über 30 km Skating.
So wie andere nicht so spurtstarke Läufer hätte auch Botwinow mehr draufgehabt, als er zu zeigen vermochte. Der Ex-Wasalauf-Sieger war trotz einer Verkühlung gut in Form, hatte perfektes Material, doch der nötige Vorstoß vor dem Sprint gelang nicht. "Ein achter Platz ist ein guter Platz, aber ganz zufrieden bin ich nicht", erklärte der Jung-Vater. So ein Rennen habe er in seiner langen Karriere noch nicht erlebt.
Botwinows Teamkollegen hielten sich gut, für Martin Tauber und Gerhard Urain gab es die Ränge 18 bzw. 23, Jürgen Pinter landete an der 33. Stelle. Sie alle hatten sich im Verlauf des Rennens im Vorderfeld präsentiert. Pinter führte das Feld sogar als Spitzenreiter in die letzte Runde. "Ich habe nicht gedacht, dass ich so lange dabei bin,", sagte der Kärntner, der erst seinen dritten 50-km-Marathon bestritt.
Martin Tauber, der in der Doppelerfolgung mit langer Führung einen guten Auftritt gehabt hatte, bewies Stehvermögen. "Ich habe 90 Rennkilometer in sieben Tagen hinter mir und habe in der letzten Runde Krämpfe bekommen", meinte der Tiroler, für den die WM nach bisher verpatzter Saison einen Aufwärtstrend brachte. "Ich werde immer positiv auf Oberstdorf zurückdenken", sagte er. Auch Urain sprach von einem enorm schweren Rennen. "Beim letzten Anstieg hat mir der Pfeffer gefehlt. Ich habe auf Grund der Verhältnisse Glück gehabt."
Österreichs Langläufer blieben damit auch bei den dritten Titelkämpfen in Serie seit Ramsau 1999 ohne Medaille. Für Sportdirektor Markus Gandler bestand aber kein Grund zur Traurigkeit. "Wir haben unseren Formaufbau auf Oberstdorf hingetrimmt, und das ist gelungen. Leider waren Christian Hoffmann und Botwinow verkühlt, aber alle Läufer mit Ausnahme des Sprints waren in zumindest einem Wettkampf top. Darauf kann man aufbauen."
| Ergebnis: | |||
| 1. | Frode Estil | NOR | 2:30:10,1 Std. |
| 2. | Anders Aukland | NOR | +0,7 Sek. zurück |
| 3. | Odd-Björn Hjelmeset | NOR | +1,4 |
| 4. | Andrus Veerpalu | EST | +5,0 |
| 5. | Mathias Fredriksson | SWE | +8,2 |
| 6. | Kristen Skjeldal | NOR | +8,5 |
| 7. | Milan Sperl | CZE | +8,6 |
| 8. | Michail Botwinow | AUT | +8,8 |
| 9. | Anders Södergren | SWE | +13,4 |
| 10. | Andreas Schlütter | GER | +16,7 |
| weiter: | |||
| 18. | Martin Tauber | AUT | +36,9 |
| 23. | Gerhard Urain | AUT | +1:02,9 Min. |
| 33. | Jürgen Pinter | AUT | +1:24,6 |
(apa)










