Mittwoch, 23. Februar 2005

Die Jagd ist eröffnet: Auch 2005 kämpfen wieder alle gegen Michael Schumacher!

  • McLaren, BAR und Renault die größten Herausforderer
  • Halbes Dutzend will die Solofahrt Schumis stoppen

Serien-Weltmeister Michael Schumacher ist auch in dieser Formel-1-Saison der haushohe Favorit. Aber mindestens ein halbes Dutzend Konkurrenten macht sich Hoffnungen, die Solofahrt des Ferrari-Piloten zum Titel stoppen zu können. "Es wird dieses Mal enger und härter, weil die anderen besser vorbereitet sind, und es für uns zumindest am Anfang mit dem Übergangsauto schwieriger wird", rechnet der Deutsche 2005 mit mehr Widerstand. Als schärfste Rivalen stuft der 36-Jährige BAR-Honda und Renault sowie "McLaren-Mercedes dieses Mal von Beginn an" ein.

Trotz einschneidender Reglementsänderungen und des Einsatzes des Übergangsmodells F2004 M in den ersten vier von erstmals 19 Rennen spricht vieles für Schumachers insgesamt achten Titeltriumph und sechsten in Serie mit der Scuderia aus Maranello. Der "Nimmersatt" hat trotz seiner unzähligen Rekorde ungestillten Heißhunger auf Erfolge. Nach eigener Einschätzung ist Schumacher noch stärker motiviert als zu Beginn seiner ebenso einmaligen wie eindrucksvollen Grand-Prix-Karriere vor 14 Jahren. Zudem ist Ferrari der personell stabilste und im Arbeitsablauf am besten eingespielte Rennstall.

Dennoch spucken vor allem die beiden Aufsteigerteams BAR-Honda und Renault große Töne. Jenson Button, im Vorjahr als Gesamtdritter bester Nicht-Ferraristi, stichelte: "Michael würde nicht gewinnen, wenn er nicht im Ferrari säße." Der 25-jährige Engländer, bisher noch ohne GP-Triumph, bläst im neuen BAR-Honda 007 - "mit der Lizenz zum Siegen" - zur Jagd auf den Titelverteidiger: "Schumacher muss mehr auf uns aufpassen als im letzten Jahr." Auch Patrick Faure, der Formel-1-Präsident von Renault, kündigte keck an: "2005/2006 wollen wir um den WM-Titel fahren. Wir müssen mit Ferrari auf Augenhöhe kämpfen."

Zurückhaltung bei McLaren
McLaren-Mercedes, im Vorjahr in der Konstrukteurs-Wertung auf den fünften Platz abgestürzt, hält sich dagegen mit Titelankündigungen zurück. "In Melbourne werden wir sehen, wie das Kräfteverhältnis ist", verwies Kimi Räikkönen auf den Saisonstart am 6. März in Australien. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug traut dem Finnen und Neuzugang Juan Pablo Montoya aus Kolumbien viel zu, das Team müsse den beiden aber siegfähiges Material zur Verfügung stellen, wobei vor allem die Erkenntnisse von Testpilot Alexander Wurz eine wichtige Rolle spielen. "Voraussagen helfen nichts, aber wir wollen um Podiumsplätze kämpfen", betont Haug.

Williams-BMW schlägt nach den großspurigen WM-Versprechungen im Vorjahr diesmal sehr leise Töne an. "Wir wollen wieder in die Erfolgsspur zurück", sagte Teamchef Frank Williams. Nach dem Weggang von Ralf Schumacher und Montoya treten die Weiß-Blauen mit einem neuen Fahrerduo an, der Australier Mark Webber und Nick Heidfeld müssen ihre Siegfähigkeit erst beweisen. Der 27-jährige Mönchengladbacher hat nach dieser "größten Chance meiner Karriere" große Pläne: "Mein Ziel ist es, alle zu schlagen - nicht nur Michael Schumacher - und in Zukunft Weltmeister zu werden. Wann, weiß ich noch nicht."

Solche Träume kann Ralf Schumacher nach seinem finanziell vergoldeten Abstieg zu Toyota nicht hegen. Für den 29-jährigen Wahl-Salzburger kommt es in erster Linie darauf an, den "Abstand zu den Top-Teams zu verringern. Mit einem Podestplatz können wir erst Mitte des Jahres rechnen."

(apa)

23.2.2005 11:30
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