Mittwoch, 23. Februar 2005

Klien und Friesacher Bescheiden: 2005 werden noch kleine Brötchen gebacken!

  • Christian Klien kämpft um Fixplatz im Red-Bull-Team
  • Lernjahr für Patrick Friesacher; PLUS: Alles zur Formel 1

Beim Auftakt in die Formel-1-Saison 2005 am 6. März in Melbourne werden erstmals seit dem 12. November 1995 wieder zwei Österreicher in der Königsklasse des Motorsports fahren. Zehn Jahre nach den beiden Tirolern Gerhard Berger und Karl Wendlinger starten der Vorarlberger Christian Klien und der Kärntner Patrick Friesacher mit relativ niedrigen Zielen in die WM-Saison 2005.

Während Klien mit dem österreichischen Red-Bull-Team den Abstand zu den Spitzenteams verringern und sich mit konstanten Leistungen seinen Fixplatz im zweiten Cockpit des Jaguar-Nachfolger-Rennstalls sichern möchte, steht für Debütant Friesacher im Nachzügler-Team Minardi ein Lernjahr an.

"Wir sind im Vergleich zur abgelaufenen Saison bereits um einiges näher an der Konkurrenz dran", lautete das zufriedene Resümee von Klien nach den Testfahrten im Winter. "Punkte im ersten Rennen wären natürlich für uns optimal, aber wir dürfen uns nicht allzu sehr unter Druck setzen. Die Früchte für die konsequente Arbeit wird man womöglich erst im Jahr 2006 ernten können."

Doch mit Druck ist Klien in seiner zweiten Saison in der Königsklasse auf jeden Fall konfrontiert. Der Hohenemser, der im Vorjahr mit Platz sechs in Spa-Francorchamps drei Punkte holte und damit am Ende WM-16. wurde, hat keinen Fixplatz im Team von Dietrich Mateschitz. Der 22-Jährige muss in den ersten drei Saisonrennen in Australien, Malaysia (20. März) und Bahrain (3. April) überzeugen, um Formel-3000-Champion Vitantonio Liuzzi aus Italien weiterhin in die Rolle des Testfahrers zu drängen.

Der Kindheitstraum von Friesacher
Friesacher war dagegen ursprünglich nur als Freitag-Testfahrer für Minardi vorgesehen gewesen, doch auf Grund seiner überzeugenden Testleistungen im Privatteam von Paul Stoddart bekam er dann überraschend doch einen Fixplatz. "Für mich ist damit ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen", betont der 24-jährige Wolfsberger.

An seinen Boliden hat er sich zwar schon einigermaßen gewöhnt, doch das Auftakt-Rennen wird für Friesacher "ein Sprung ins kalte Wasser." "Man kann sich zwar mit diversen Computerspielen auf die Strecke vorbereiten, aber in Wirklichkeit schaut es dann anders aus", weiß der Gesamt-Fünfte der Formel-3000-Meisterschaft, dass er neben dem unterlegenen Auto - so wie Klien im Vorjahr - noch einen weiteren entscheidenden Nachteil gegenüber der Konkurrenz hat.

Auf sein F1-Debütrennen bereitet sich Friesacher übrigens im "Altis"-Zentrum für Sportchirurgie in Treibach-Althofen vor, wo er u.a. ein spezielles Fitnessprogramm zur Stärkung der Nackenmuskulatur absolviert. "Bei den 59 Testrunden zuletzt in Imola hab' ich schon ein Ziehen im Nacken gespürt. Deshalb hole ich mir körperlich und mental den letzten Schliff", betont der "Rookie", dass er sich an die enormen Fliehkräfte in der Formel 1 noch gewöhnen muss.

(apa)

23.2.2005 16:48
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