Neue Saison, neue Ziele: Williams-BMW bläst im Jahr 2005 zum Generalangriff!
- Mario Theissen: "Wollen wieder zu den Siegern zählen"
- Der BMW-Motor gilt als das große Plus von Williams
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Zwei hungrige Fahrer, erfolgreiche Tests, verbesserte Motoren - nach einer verpatzten Saison bläst Williams-BMW in der Formel 1 zum Angriff. "Wir wollen wieder zu den Siegern zählen", betonte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen am Montagabend in München. Schließlich verzeichnete der britisch-deutsche Rennstall im abgelaufenen Rennjahr das schwächste Abschneiden seit seiner Kooperation mit dem Team von Frank Williams: Nur Rang vier in der Konstrukteurswertung und ein Grand-Prix-Sieg durch den Kolumbianer Juan Pablo Montoya zum Saisonfinale.
Dass soll sich ändern. Nach den bisherigen Testfahrten ist Theissen zuversichtlich. Insbesondere durch die Reglementsänderungen, die dem Formel-1-Team um Chef Frank Williams entgegenkommen würden. "Es gibt zwei Knackpunkte", sagte Theissen: "Der Schlüssel zum Erfolg ist die Zuverlässigkeit des Motors, und dazu kommen die Reifen." Das Triebwerk muss in dieser Saison das erste Mal zwei Rennwochenenden halten, die Reifen dürfen nach dem Qualifying nicht mehr gewechselt werden.
Motoren als Pluspunkt
Im Testfahrten-Vergleich mit anderen Rennställen sieht der neue Williams-BMW-Pilot Nick Heidfeld klar den blau-weißen Rennstall hinsichtlich des Triebwerks im Vorteil. "Bei den Testzeiten sind bisher Renault und McLaren-Mercedes stark einzuschätzen, aber ihr Problem ist die Standfestigkeit der Motoren. Das ist unser Pluspunkt", betonte Heidfeld und ist sich sicher: "Da sind wir ganz weit vorne."
Hinzu kommt, dass dem 27-Jährigen die Reifenregelung persönlich zusagt. "Quick Nick" ist für seine Reifen schonende Fahrweise bekannt. "Das ist sicher eine meiner Stärken", meinte der gebürtige Mönchengladbacher. Viele andere Piloten würden aggressiver fahren als er, nicht so rund und deswegen einen "höheren Reifenverschleiß haben".
Eine Prognose für den Saison-Auftakt in zwölf Tagen in Melbourne wollten aber weder Heidfeld noch Theissen abgeben. Besonders ein Team gibt beiden noch Rätsel auf: Serien-Weltmeister Ferrari mit Superstar Michael Schumacher. "Ferrari hat in der vergangenen Saison bis zum letzten Test vor dem Rennen nicht gezeigt, was sie drauf haben, das wird sehr spannend", sagte Theissen. Neben dem italienischen Rennstall, der für ihn auch ohne nennenswerte Testergebnisse natürlich zu den Sieganwärtern zählt, hat Theissen McLaren-Mercedes, BAR-Honda, Renault und sein Team auf der WM-Rechnung.
Fahrer "sind voll integriert"
Sorgen, seine neuen Fahrer Heidfeld und der Australier Mark Webber könnten dem Druck bei Williams-BMW nicht gewachsen sein, hat Theissen nicht. Er ist mehr als zufrieden mit den Piloten. "Man spürt heute schon nicht mehr, dass beide erst kurz dabei sind. Sie sind voll integriert", betonte Theissen. Er ist davon überzeugt, "dass beide am Ende der Saison als positive Überraschung gehandelt werden".
Kritisiert hat der BMW-Motorsportdirektor die Idee von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, die Rennserie auszuweiten. Diese Saison werden erstmals 19 Grand Prix gefahren, wobei die Strecke im türkischen Kürtköy bei Istanbul Premiere feiert. "Wir sind mit den Terminen am Ende der Belastbarkeit, nur wenn das Testen eingeschränkt wird, könnten wir noch einen Renntag hinzunehmen", sagte Theissen. (apa)
