Montag, 21. Februar 2005

Frischer Wind: Das Red-Bull-Racing-Team soll neuer "Farbtupfen" in der F1 werden!

  • Teamchef Horner: "Fans auf den Tribünen ansprechen"
  • PLUS: Christian Klien ist als zweiter Pilot bestätigt!

Gewinnen wird Red Bull Racing (RBR) im ersten Formel 1 Jahr wahrscheinlich noch nicht viel. Und trotzdem will Österreichs erstes Formel-1-Team heuer für Furore und im zuletzt eher fad gewordenen Business für Unterhaltung sorgen. Das verspricht der englische Teamchef Christian Horner vor dem WM-Auftakt am 6. März in Melbourne. Der 31-jährige Brite ist der jüngste Teamchef in der Formel 1.

Das auf Image und Marketing fokussierte Salzburger Unternehmen Red Bull transportiert ja prinzipiell eine andere Philosophie als die Autohersteller, die hinter den meisten anderen Formel-1-Teams stehen. Deshalb will man sich bei RBR auch und vor allem um die Fans kümmern. "Sie sind ja in den vergangenen Jahren ziemlich vernachlässigt worden", so Horner. Deshalb soll es Aktionen geben, zu denen auch Fans Zutritt haben.

Ex-Rennfahrer Horner hat früh erkannt, dass sein wahres Talent eher im Management liegt. Mit dem Arden Team gewann er als Teamchef im Vorjahr die Formel-3000-Meisterschaft, schon damals wollte er den Jordan-Rennstall übernehmen. Jenen Rennstall, der unter seinem Schlagzeug spielenden Teamchef Eddie Jordan früher nicht nur sportlich viel erfolgreicher war als vor der nunmehrigen Übernahme durch Midland, sondern auch als die "Pop-Band" in der Formel 1 galt.

In Jordans Fußstapfen
Genau dieses Loch will Horner nun mit Red Bull Racing füllen. "Eddie war eine große Persönlichkeit. Er hat die Leute förmlich infiziert, das Team hatte eine Menge Anhänger. Wir werden deshalb auch versuchen, vor allem die Fans draußen auf den Tribünen anzusprechen und zu begeistern", so Horner.

Dass er selbst seine Rennfahrer-Karriere relativ früh beendet hatte, sei die richtige Entscheidung gewesen. "Ich war okay. Aber ich hätte als Pilot die Welt sicher kein Bein ausgerissen und habe daher schnell begriffen, dass meine wahren Geschicke außerhalb des Cockpits liegen."

Dass er als Nachfolger des gefeuerten Jaguar-Teamchefs Tony Purnell jetzt der jüngste Formel-Teamchef und damit sogar um zwei Jahre jünger ist als sein Top-Pilot David Coulthard (33), sei kein Problem. Horner: "Ich will nicht nach meinem Alter beurteilt werden, sondern an dem, was ich mache. Ich bin hungrig nach Erfolg. Und irgendwann muss es auch einen neuen Ron Dennis oder einen neuen Frank Williams geben." Aber, so Horner: "Insgesamt werden wir sehr hart arbeiten. Daneben aber hoffentlich auch ein bisschen Spaß haben." (apa/red)

21.2.2005 16:36
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts