EM-Stadion Klagenfurt: FPÖ-Klubchef Kurt Scheuch spricht von Wiener Vergabe-Mafia
- K. Scheuch: Gattermann vor Gericht "erste Reihe fußfrei"
- Strutz: Verhalten der "Wiener Partei" wird unverschämter
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Das Thema EM-Fußballstadion Klagenfurt bleibt brisant. Der neue FPÖ-Klubchef im Kärntner Landtag, Kurt Scheuch, sprach am Freitag von einer "Wiener Vergabe-Mafia und deren oberstem Chef" Peter Gattermann, die "ganze Arbeit geleistet" hätten. FPÖ-Landesobmann LHStv. Martin Strutz forderte den Klagenfurter ÖVP-Bürgermeister Harald Scheucher auf, "den ungeheuerlichen Störaktionen aus Wien Einhalt zu gebieten". Die FPÖ-Politiker reagierten damit auf die Behauptung Gattermanns als Chef der Vergabekommission, Kärnten hätte wiederholt versucht, Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen.
Scheuch gab diese schweren Anschuldigungen zurück: "Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt: Drei Stadien, vom gleichen Architekten geplant (der übrigens in allen drei Fällen nicht nur Planer, sondern auch Ausschreiber ist), von ein und derselben Vorprüfungskommission bewertet, und ein und dieselbe Baufirma ist für alle drei Stadionprojekte der Bestbieter."
Während laut Scheuch aber "die zuständigen Politiker im schwarzen Innsbruck, im roten Salzburg und im schwarzen Klagenfurt zu diesen Vorgängen - ganz nach dem Vorbild des Bundeskanzlers - eisern schweigen und tatenlos zusehen" würden, wehre sich einzig das Land Kärnten "mit aller Kraft gegen diesen bevorstehenden zweifelhaften Sieg der Wiener Vergabe-Mafia" und werde dafür auch noch medial gescholten.
Wer vom "Kriminalfall Kärnten" schreibe, irre gewaltig, denn die kriminellen Elemente säßen in Wien und nicht in Kärnten. Scheuch: "Wenn der rücktrittsreife Gattermann nun gar erklärt, er wolle sich bei den EM-Spielen in Kärnten möglichst weit vorne einen Platz reservieren, ist das der Gipfel der Unverschämtheit." Und der Klubchef weiter: "Herr Gattermann, der mehrere Strafanzeigen am Hals hat, wird ausschließlich vor Gericht erste Reihe fußfrei sitzen, dort wird er sich nämlich verantworten müssen."
Verhalten der "Wiener Partie" immer unverschämter
Auch Strutz warf "Gattermann und Co" vor, alles zu unternehmen, um das Vergabeverfahren weiter zu stören". Mit ihren unwahren Aussagen und täglichen Interviews in den Wiener Medien werde alles unternommen, um das Verfahren endgültig zu kippen. Das Verhalten der "Wiener Partie" werde immer unverschämter und unerträglicher, so Strutz in einer Aussendung.
Als unverständlich bezeichnete es Strutz, dass Scheucher, der als Bürgermeister von Klagenfurt die Hauptverantwortung für das Vergabeverfahren und die Errichtung des Klagenfurter Stadions trage, zu dieser Vorgangsweise schweige. Strutz: "Ich erwarte mir, dass der Klagenfurter Bürgermeister gegen die haltlosen Vorwürfe in den Wiener Medien jetzt endlich einschreitet, damit das Vergabeverfahren ungestört von den Querschüssen aus Wien zu Ende geführt werden kann. Der Bürgermeister hat als Bauherr dafür zu sorgen, dass jetzt endlich Ruhe eintritt."
"Zufälliges" Treffen von Haselsteiner und Pöchhacker mit Haider
Rein "zufällig" haben sich am Freitag in Wien zwei Konkurrenten um den Bau des Klagenfurter EM-Stadions mit dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) getroffen. Strabag-Chef Hans-Peter Haselsteiner erklärte danach bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Porr-Chef Horst Pöchhacker (siehe dazu eigene Meldung) auf die Frage, ob es ein gemeinsames Konsortium für den Bau des Stadions geben könnte, der Ball liege nun beim Bauherrn, der Stadt Klagenfurt. Derzeit sei dies aber nicht der Fall. Aber "was ich mir alles vorstellen kann, Sie haben keine Ahnung", meinte Haselsteiner.
Haselsteiner als Fachverbands-Obmann in der Wirtschaftskammer und Pöchhaker als Präsident der Vereinigung Industrieller Bauunternehmungen hatten in einer Pressekonferenz zur Saison-Arbeitslosigkeit Stellung genommen. Das Treffen vor Beginn der Pressekonferenz mit Haider habe sich dabei zufällig ergeben, hieß es. "Haider hat uns mitgeteilt, dass er eine andere Verabredung habe, aber sich freue, uns zu sehen", so Haselsteiner. (apa)
