Daviscup in "down under": ÖTV-Team mit kräftiger Portion Zuversicht nach Sydney
- Muster zu Koubek: 'Frage, ob er überhaupt gespielt hätte'
- Aufstellung nach Trainingseindruck, tägliche Gespräche
·Daviscup: Koubek wird definitiv fehlen
27-Jähriger Kärntner lässt sein Knie athroskopieren
·Daviscup: Muster vertraut auf Mirnegg
ÖTV-Kapitän nominiert den
Ersatzmann für Koubek!
·Tennis: So steht's in den Weltranglisten!
Serena Williams und
Rafael Nadal die Nr.1
Das österreichische Tennis-Daviscup-Team ist am Donnerstag mit einer kräftigen Portion Zuversicht zum Erstrundenduell in der Weltgruppe mit Australien nach Sydney abgereist. Auch ohne Stefan Koubek rechnet sich der Außenseiter nun mit Jürgen Melzer, Alexander Peya und Julian Knowle gegen Asse wie Einzel-Star Lleyton Hewitt oder Doppel-Könner Todd Woodbridge von Freitag bis Sonntag kommender Woche (4.-6. März) Chancen aus. Debütant Marco Mirnegg wird wohl nicht nominiert, ist aber als Trainingspartner wertvoll.
Nach der Ankunft in der Olympia-Stadt 2000 am späten Freitagnachmittag bleiben der Truppe von ÖTV-Kapitän Thomas Muster noch sechs Trainingstage, um die richtige Mischung gegen die Aussies zu finden. "Wir werden uns jeden Tag nach dem Training zusammen setzen und ein Teamgespräch führen", erklärte der Steirer am Donnerstag auf dem Flughafen Schwechat vor dem Abflug. "Interne Qualifikation wird es keine geben. Ich will die Spieler nicht noch mehr belasten als sie es ohnehin schon sind. Ich entscheide nach subjektiven Kriterien."
Die Nominierung von Melzer ist freilich kein Geheimnis, auch wenn der 23-Jährige im Vorjahr gegen Hewitt im Vorjahr drei Mal als Verlierer vom Court ging und zuletzt in Memphis - allerdings mit einer Knöchel-Verletzung - auch gegen Wayne Arthurs verloren hat. Der 33-jährige in England wohnhafte Linkshänder befindet sich weiter in guter Form, aktuell zog er in Scottsdale bereits ins Viertelfinale ein. Melzer: "Arthurs hat gegen mich in der Halle gut serviert. Wir werden schauen, ob ihm das auch im Freien so gelingt."
Die Absenz von Koubek nimmt Muster nicht weiter tragisch bzw. als gegeben hin. Freilich hätte der 37-Jährige beim Paris-Sieger 1995 noch lange keinen Fixplatz gehabt. Muster: "Die Frage ist, ob Stefan diesmal auf Rasen überhaupt gespielt hätte. Gegen England war er sehr wertvoll, aber jetzt hat er seit Dezember kein Match gespielt, hat ständig auf den Bescheid gewartet. Das ist unangenehm in der Situation." Koubek hat indes ja auch eine Meniskus-Blessur, die Arthroskopie war für (den heutigen) Donnerstag angesetzt.
Nun sollte jedenfalls Peya mehr im Zentrum des Interesses stehen, nicht nur im Doppel. Der Wiener hat sich von seinem Ende Oktober in St. Petersburg erlittenen doppelten Bänderriss im rechten Knöchel längst erholt. "Das ist kein Thema mehr, ich trainiere schon zwei Monate lang wieder voll." Knowle hat im Einzel etwas weniger zu bieten, sollte aber im Doppel als Weltranglisten-32. dabei sein. Mit Melzer (71) und Peya (89) ist man für den zweiten Tag aber nicht so eng besetzt wie früher. Muster: "Da ergeben sich einige Varianten." (apa/red)
