Nepalesische Rebellen weiten Angriffe
aus: Mindestens 16 Menschen getötet
- Heftige Gefechte mit den Regierungstruppen
- Überfall auf Rundfunkstation
Die kommunistischen Rebellen in Nepal haben nach der Notstandsverhängung durch König Gyanendra vor drei Wochen ihre Angriffe ausgeweitet. Bei Kämpfen mit Regierungstruppen wurden allein am Freitag mindestens 16 Menschen getötet, berichtete die Zeitung "Kathmandu Post" am Samstag. Demnach griffen die maoistischen Aufständischen aus einem Hinterhalt mehrere Soldaten an, die eine Straße von Minen räumen wollten. Bei dem Gefecht wurden vier Soldaten und zwölf Rebellen getötet.
Die nepalesische Armee hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen in der Region Kailali bei Gefechten Dutzende maoistischer Rebellen getötet. Die Zahlen basieren auf Angaben von Dorfbewohnern, die berichteten, wie die Rebellen ihre Toten geborgen hätten. Das Gebiet 650 Kilometer westlich der Hauptstadt Kathmandu ist eine Hochburg der Rebellen.
In der Stadt Kohalpur stürmten und zerstörten 700 Rebellen einen Funkturm des staatlichen Fernsehens, wie die Zeitung "The Himalayan Times" am Samstag berichtete. Das Studio wurde in Brand gesteckt, verlautete aus Sicherheitskreisen. Die Aufständischen hätten Kameras und Filmgerät entwendet. Der angerichtete Schaden wird auf rund 60 Millionen Rupien (645.651 Euro) geschätzt.
König Gyanendra kündigte am Freitag in seiner ersten öffentlichen Erklärung nach dem Umsturz vom 1. Februar an, die Demokratie in spätestens drei Jahren wieder herzustellen. Er rief die Rebellen zu Friedensgesprächen auf. Dutzende von Oppositionspolitikern wurden in den vergangenen drei Wochen verhaftet. Die Medien des Himalaya-Staates werden streng zensiert, unter Berufung auf den Ausnahmezustand wurden die Grundrechte eingeschränkt. Internationale Kritik an seinem Vorgehen wies Gyanendra in einem Interview mit mehreren Zeitungen zurück. Die beiden engsten Verbündeten, Großbritannien und Indien, haben ihre Militärhilfe für Nepal ausgesetzt.(apa/red)
