Hunderte von Journalisten: Medienrummel
vor Gemelli-Spital wegen krankem Papst
- Die Poliklinik in Rom wird von den Medien belagert
Die Gemelli-Klinik, in der der Papst zum zweiten Mal binnen eines Monats wegen akuter Atembeschwerden eingeliefert wurde, wird von Journalisten und Kameraleuten belagert. Hunderte von Medienvertretern verbrachten die Nacht vor dem Eingang der römischen Poliklinik, in der der Heilige Vater am Donnerstagabend einer Luftröhrenoperation unterzogen wurden. Das Krankenhaus im nördlichen Teil von Rom stand die ganze Nacht lang im Scheinwerferlicht der TV-Kameras. Fernsehjournalisten der einflussreichsten Networks der Welt berichteten bis zum frühen Morgen vor dem Hintergrund des riesigen Krankenhauses über die Operation.
Um dem Medienansturm Stand zu halten, wurde in aller Eile ein größerer Pressesaal im Krankenhaus organisiert. Die Medienvertreter warten mit Spannung auf das ärztliche Bulletin, das für Freitagvormittag angekündigt wurde.
Goldene Geschäfte macht derzeit das Hotel Desiderio, das gegenüber dem Krankenhaus liegt. Das Drei-Sterne-Hotel wurde am Donnerstag kurz nach der neuen Spitaleinlieferung des Papstes mit Anrufen von Journalisten aus aller Welt überflutet, die ein Zimmer reservieren wollten. "Die besten Zimmer hat ein polnisches TV-Team reserviert", berichtete der Inhaber des Hotels.
Nicht nur die Hotelzimmer unweit vom Spital sind dieser Tage heiß begehrt. Auch Balkons und Penthouses mit Ausblick auf die römische Klinik Gemelli, in der sich der Papst aufhält, sind derzeit sehr gefragt. "Eine passende Wohnung mit Terrasse kann für taufende Euro pro Tag gemietet werden", sagte ein römischer Makler.
Nicht nur große amerikanische und britische Networks, auch chinesische, japanische und südamerikanische TV-Gesellschaften suchen nach einem Ausblick auf die große Klinik. "Die offiziellen Bilder des Vatikans genügen nicht mehr, daher suchen wir neue Perspektiven und Hintergründe für unsere Papst-Berichte", so ein japanischer Reporter. (apa/red)
