Deutschland: SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewski 82-jährig gestorben
- "Ben Wisch" war Minister unter Brandt und Schmidt
Der deutsche Altpolitiker und ehemalige stellvertretende SPD-Vorsitzende Hans-Jürgen Wischnewski ist tot. Der Kölner "Express" berichtete, Wischnewski sei am Donnerstag gegen 15.00 Uhr in der Kölner Universitätsklinik gestorben.
Der 82-Jährige war am Dienstag aus einem künstlichen Koma erwacht. Der frühere Minister unter den deutschen Kanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt war in der vergangenen Woche wegen einer Grippe in eine Klinik in Köln eingeliefert worden
"Ben Wisch", so sein Spitzname, war in den 1970er Jahren als Staatsminister und Chefkoordinator im Bonner Kanzleramt für seine heiklen Missionen bekannt. Als erfolgreicher Krisenmanager und "Feuerwehrmann der Nation" wirkte der gebürtige Ostpreuße 1977 bei der Befreiung von Geiseln der Lufthansa-Maschine "Landshut" in Mogadischu (Somalia) durch die Anti-Terror-Gruppe GSG 9 mit.
Als Chef der SPD-Jugendorganisation, Bundesgeschäftsführer der Partei, Schatzmeister und stellvertretender Parteivorsitzender durchlief "Ben Wisch" eine brillante Laufbahn in der sozialdemokratischen Funktionärshierarchie. In der Großen Koalition von CDU/CSU und SPD (1966 bis 1969), die er zuerst entschieden abgelehnt hatte, leitete er das Entwicklungsministerium.
1988 wirkte er maßgeblich bei den Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der sandinistischen Regierung Nicaraguas und den von den USA unterstützten rechtsgerichteten Contra-Rebellen mit. (apa)
