Donnerstag, 24. Februar 2005

Alamierende US-Studie: Rückstand von Raketentreibstoff in Muttermilch

  • Perchlorat-Konzentration fünf Mal höher als in Kuhmilch
  • Gefahr für Schilddrüse und Gehirn

Der Rückstand von Raketentreibstoff, wie er vorwiegend in der Rüstungsindustrie verwendet wird, ist in einer US-Studie in allen untersuchten Proben von Muttermilch gefunden worden. Das gefährliche Perchlorat wurde in der Brustmilch von Frauen in einer durchschnittlich fünf Mal so hoher Konzentration wie in Kuhmilch registriert. Für die Studie wurde die Milch von 36 Frauen aus 18 Bundesstaaten ausgewertet, in allen Proben war Perchlorat gefunden.

Der höchste Wert wurde bei zwei Frauen aus dem Bundesstaat New Jersey gefunden, wo eine Probe 92 Teile pro Milliarde (parts per billion/ppb) enthielt. Der Durchschnittswert in allen Proben lag bei 10,5 ppb und lag damit fünf Mal höher als durchschnittlich in Kuhmilch. Perchlorat kann besonders bei Ungeborenen, Babys und Kleinkindern die Schilddrüse beeinträchtigen und die Entwicklung des Gehirns negativ beeinflussen.

Für Perchlorat im Trinkwasser gibt es derzeit in den USA keinen bundesweiten Grenzwert, berichtet die "Los Angeles Times". Bei den Diskussionen um eine Regelung spricht sich das Pentagon für einen höheren Grenzwert aus, der sich an Richtwerten für die maximale Aufnahme von Erwachsenen statt von Kindern orientieren soll. Sollte ein niedrigerer Wert festgesetzt werden würde dies der Rüstungsindustrie Milliarden Dollar (ein Dollar = 0,757 Euro) für Aufräumarbeiten kosten, argumentiert das Verteidigungsministerium.(apa/red)

24.2.2005 08:20